Aachener Friedenspreis an Marco Arana


von Mathias Hohmann

(Darmstadt, 02. September 2010, amerika21.de).- Aachen. Der peruanische Priester, Menschenrechts- und Umweltaktivist Marco Arana erhielt am 2. September den Aachener Friedenspreis. Ihre Wahl begründete die Jury damit, dass sich Arana als hartnäckiger Verfechter der Menschen- und Umweltrechte erwiesen habe und für die vom rücksichtslosen Goldabbau bedrohten Bauern in Cajamarca kämpfe. Karl Heinz Otten, Vorsitzender des Aachener Friedenspreis e.V., der den Preis vergibt, erklärte: „Ausgezeichnet werden Menschen, die sich von ganz unten an der Basis um Frieden bemühen. Genau das macht Marco Arana.“

Der 47-jährige Arana stammt aus dem nordperuanischen Cajamarca. In der dortigen Diözese begann er Anfang der 90er Jahre seine Tätigkeit als Priester. Nahezu zeitgleich startete nördlich der Stadt Cajamarca der großindustrielle Goldbergbau – angeführt von der US-amerikanischen Firma Newmont Mining, unterstützt von der Weltbank und mit Krediten der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG). Arana wurde vor Ort Zeuge, wie Kleinbauern ihr Land vom Unternehmen abgepresst wurde. Er bezog in den entstehenden sozialen Konflikten Stellung und unterstützte die Bauern im Kampf um ihre Rechte. Um sein Engagement für Umweltschutz und Menschenrechte verstetigen zu können, gründete Arana 2002 die Organisation GRUFIDES.

Auf nationaler Ebene in Peru erlangte Marco Arana erstmals 2004 eine sichtbare Präsenz, als er im Konflikt um den Berg Quilish erfolgreich vermitteln konnte. Newmont Mining wurde die Genehmigung zur Erkundung des Berges entzogen. Dem Bergbaukonzern wurde er dadurch zunehmend ein Dorn im Auge. Es folgten Verleumdungskampagnen, er und weitere Mitstreiter erhielten Morddrohungen, Umweltaktivisten wurden ermordet. Ende 2006 kam die Spionageaffäre „Operation Teufel“ ans Tageslicht, die vom Sicherheitsunternehmen des Bergbaukonzerns finanziert worden war. Aranas Codename „Der Teufel“ gab der Operation ihren Namen. Befragt zum Risiko, das sein Engagement birgt, sagt er im Dokumentarfilm „The Devil Operation“: „Wenn wir unser Leben nicht einsetzen, um das Leben anderer zu schützen – welchen Sinn hat es dann zu leben?“

Einschüchtern ließ und lässt sich Arana nicht. Er ist einer der Gründer der im letzten Jahr formierten politischen Bewegung Tierra y Libertad. In einigen Regionen und Provinzen nimmt sie bereits an den Anfang Oktober dieses Jahres stattfindenden Wahlen teil. Marco Arana will sich im kommenden Jahr um das Amt des peruanischen Präsidenten bewerben.

(Einen Beitrag von Radio onda über Marco Arana findet ihr hier: http://www.npla.de/onda/content/1015)

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