Uruguay

„90 Prozent der früheren Tupamaros sind inzwischen ausgestiegen“


von Ana Fumón / Ultimas Noticias

flagge der Tupamaros. Foto: Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.5)(Montevideo, 11. April 2012, comcosur-poonal).- María Elia Topolansky, die Schwester der Senatorin und Präsidentengattin Lucía Topolansky, war eines der Gründungsmitglieder der Movimiento de Liberación Nacional (MLN)-Tupamaros. Heute bezeichnet sie sich als autonom.

Topolansky lebt auf einer kleinen Farm wenige Kilometer von Paysandú, die seinerzeit der erste Rückzugsort der Tupamaros war. Das sieben Hektar große Gelände gehört der Familie von Graciela Estefanel, eine der vier Personen, die bei der Besetzung der Stadt Soca erschossen wurden (1974, d. Red.). Damals diente es als Ausbildungslager. Als María nach ihrer Freilassung zu dem Gelände zurückkehrte, fand sie einige Waffen, die das Militär anscheinend übersehen hatte.

Últimas Noticias sprach mit María in diesem Haus, in dem sie nun mit ihrem Partner und ihrem Hund Pulgosa (Flohbus) lebt. Pulgosa ist übrigens eine Schwester von Manuela, dem Hund des Präsidenten José Mujica.

Sie waren sehr jung, als Sie der MLN beitraten. Gibt es etwas, das Sie bereuen?

Ich war 20, als ich eingetreten bin, und ich würde es auch heute wieder machen. Die Entscheidung, zu den Waffen zu greifen, hängt ab vom historischen Moment. Das Ziel, eine Gesellschaft zu verändern, dafür zu sorgen, dass sie auf Chancengleichheit basiert und die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigt, gibt es auch heute noch. Der bewaffnete Kampf war ein Weg, nicht das Ziel. Was wir damals wollten, war die Gesellschaft zu verändern, und dieses Ziel besteht auch heute noch.

Vor einigen Wochen hat der Staat offiziell die Verantwortung für die Ermordung von María Claudia García übernommen (Die hochschwangere María Claudia wurde 1976 im Rahmen des repressiven »Plan Condor« von argentinischen Militärs ins Nachbarland Uruguay entführt und zur Entbindung ins Militärkrankenhaus der uruguayischen Hauptstadt verbracht. Das Kind wurde im Jahr 2000 gefunden; María Claudias Verbleib ist bis heute unbekannt – Anm. d. Übers.). Wie denken Sie darüber?

Ich glaube, das war eines der bedeutendsten Ereignisse der letzten Zeit. Uruguay hätte sich nicht weiter entwickeln können, ohne nach hinten zu schauen und sich mit der Vergangenheit zu konfrontieren. Das Gesetz über die Verjährung des staatlichen Strafverfolgungsanspruchs und die anschließende Rede des damaligen Präsidenten Sanguinetti waren Versuche, die Wahrheit zu verschleiern, die nach der Rückkehr zur Demokratie ans Licht kam. Dieser 21. März wurde zu einem ganz besonderen Tag, denn in dem Urteil wurde deutlich ausgedrückt, dass das Schuldeingeständnis über die Medien publik gemacht werden müsse. Das bedeutete, sich öffentlich dazu zu bekennen, dass in unserem Land Staatsterrorismus geherrscht hat.

Müsste dann nicht auch die Verantwortung für das Verschwinden der restlichen Vermissten übernommen werden?

Der Staatsterrorismus trägt die Verantwortung für alle Verschwundenen, alle Ermordeten, alle Gefolterten und für die Unterdrückung der gesamten Gesellschaft, die ihrer elementarsten Rechte beraubt wurde. Das alles wurde am 21. März öffentlich zugegeben, denn in diesem Kontext steht María Claudias Verschwinden.

Inzwischen sind Jahre vergangen, und immer noch sind viele Verbrechen der Diktatur nicht aufgeklärt. Wie fühlen Sie sich damit?

Ich kämpfe seit Jahren für Wahrheit und Gerechtigkeit. Je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger wird es, Beweise zu finden und aufzuzeigen, was passiert ist, aber es gibt nur diesen einen Weg, und den müssen wir weitergehen.

Müsste die MLN um Verzeihung bitten?

Die MLN müsste eine kritische Bilanz ziehen; falsche und richtige Entscheidungen betrachten. Wer die Verbrechen gegen die Menschheit begeht, ist der Staat mit seinen Mechanismen.

Die Familien der verschwundenen Gefangenen sind davon überzeugt, dass die Militärs von vorne bis hinten gelogen haben. Was meinen Sie dazu?

Die Militärs haben gelogen.

Präsident Mujica hat angeregt, die gefangenen Militärs freizulassen, denn sie seien inzwischen alte Leute, und für alte Leute sei das Gefängnis nicht der richtige Ort. Wie denken Sie darüber?

Ich meine, wer Verbrechen gegen die Menschheit begangen hat, sollte seine Strafe verbüßen.

Warum haben Sie die MLN verlassen?

Die Bewegung hat ihre Aufgabe in einem bestimmten historischen Moment erfüllt. Um über diesen Moment hinaus als politische Kraft weiter zu bestehen, hätte sie alle militanten Mitglieder zusammenziehen und auswerten müssen, was bisher passiert ist, um dann in eine neue Etappe einzutreten. Aber das hat sie nicht gemacht.

Was meinen Sie: Wurden Fehler begangen?

Jede politische Bewegung macht einige Dinge falsch und andere richtig. Da wir nie zusammen Bilanz gezogen haben, habe ich das für mich allein getan. Ich glaube, dass es ab einem bestimmten Zeitpunkt eine starke militaristische Ausprägung innerhalb der Bewegung gab. Ich würde sagen, einige unserer Weggefährt*innen haben da den Weg mit dem Ziel verwechselt.

Wir waren eine politische Organisation, die den Weg des bewaffneten Kampfs gewählt hatte. Wir waren keine Soldat*innen, auch keine Kämpfer*innen, das ist Quatsch. Es war wichtig, in diesem Punkt ganz bewusst und politisch sehr klar zu sein: Der bewaffnete Kampf war ein Mittel zum Zweck und kein Ausdruck von Macht. Aber die Gefahr, dass sich diese Dinge vermischen, besteht einfach, sobald Waffen ins Spiel kommen.

Wie sehen Sie die MLN und die MPP heute (Movimiento de Participación Popular. Die Partei wurde 1989 von den Tupamaros gegründet. Anm. d. Übers.)? Sind sie mit der Zeit und unter der Last ihrer Aufgaben eingeknickt, oder stehen sie weiterhin zu ihren politischen Idealen?

Wo die MLN derzeit steht und welche Rolle sie spielt, weiß ich nicht. Die MPP ist ein Teil des Linksbündnisses Frente Amplio und hat somit dieselben Möglichkeiten, aber auch dieselben Beschränkungen wie alle Mitglieder des Bündnisses.

Würden Sie sagen, dass Sie sich in den heutigen FA-Strukturen wiederfinden?

Ich glaube, das Problem mit der FA sind nicht die Strukturen, sondern die Inhalte.

Hat sich die FA zu einer traditionellen Partei entwickelt?

In gewisser Weise ja. Es ist ein sehr breites Bündnis, und wie alle Bündnisse hat es seine Schwächen, und es gibt nicht in allen Punkten Übereinstimmung. Es muss seinen Regierungsauftrag innerhalb von Strukturen umsetzen, die von Konservativen oder von Liberalen geschaffen wurden, was meiner Meinung nach so ziemlich das gleiche ist, und diese Strukturen betrachte ich als überholt.

Natürlich gibt es Dinge, die die Möglichkeit zu regieren begrenzen. Aber entweder man stößt an diese Grenzen und übt dort ein wenig Druck aus, oder man ist übervorsichtig und versucht immer nur, einen Konsens herzustellen. Dazu hat auch der gesamte Staatsapparat die FA ziemlich absorbiert.

13 Jahre voller Schmerzen, Angst und Hoffnung

María Topolansky war es zweimal gelungen, aus dem Gefängnis Cárcel de Cabildo abzuhauen. Danach verbrachte sie 13 Jahre in Haft. Im Gespräch mit Ultimas Noticias erinnert sie sich an die bittere Zeit, als sie die Zelle mit Sara Méndez teilte. Méndez wurde 1976 von Argentinien nach Uruguay verschleppt und sechs Jahre gefangen gehalten. Die kommenden 21 Jahre verbrachte sie damit, nach ihrem ebenfalls verschleppten Sohn zu suchen.

„Der damalige Hauptmann Jorge “Pajarito” Silveira ging regelmäßig an der Zelle vorbei und rief ihr zu: ,Hey Méndez, wenn ich mal viel Zeit habe, werde ich vielleicht darüber nachdenken, was ich eigentlich mit deinem Sohn Simón gemacht habe’.“

Andere Weggefährtinnen bekamen regelmäßig besucht von Freund*innen und Familienmitgliedern. Diese stellten eine wichtige Informationsquelle dar. „Die Kinder wurden direkt zu ihren Müttern gelassen. Die Großmütter trugen ihnen immer auf, was sie ihnen erzählen sollten. Und das haben die Kinder dann auch immer gemacht“.

Aufgewühlt durch die Erinnerung an diese Kinder berichtet Topolansky mit tränennassen Wangen von dem Volksentscheid 1980. „An diesem Sonntag wussten wir nicht, was die Stille zu bedeuten hatte. Am nächsten Tag um zehn Uhr morgens ertönte Musik aus den Lautsprechern, und eine Frauenstimme sagte: Gestern wurde über eine Verfassungsreform abgestimmt, und der Vorschlag wurde abgelehnt.“ Die Reform hätte der Militärregierung weitere Machtbefugnisse eingeräumt. Immer noch weinend, berichtet Topolansky weiter: „Das ganze Gefängnis hat getobt. Die Wachen waren nicht in der Lage, uns im Zaum zu halten. Mir kam es so vor, als würde das Land nun endlich ein Stück seiner Freiheit wiedererlangen.“

Und irgendwann kam die Freiheit. „Wir waren im vierten Stock. Aus dem Inneren des Gebäudes hörte man die Leute schreien. Das war etwas, das wir nicht verstehen konnten. Es war wie ein Traum. Die Gefängniswärter wollten so eine große Gruppe gar nicht gehen lassen. Zwanzig Gefangene. 16 von uns wurden getrennt in Lieferwagen weggebracht. Niemals werde ich diesen Jungen vergessen, heute müsste er schon ein alter Mann sein. Er warf sich auf den Lieferwagen und gab mir einen Kuss. Es war etliche Jahre her, dass mich ein Mann geküsst hatte.“ Ihr Weinen schlägt um in Lachen.

Vom Tod träumen

Im Jahr 1966 schloss sich María Topolansky den MLN-Tupamaros an. Ihr Mann Leonel Martínez starb in einem Gefecht mit der Polizei. María wurde am gleichen Tag verhaftet. Als man ihr sagte, dass ihr Mann tot sei, befand sie sich gerade in Polizeigewahrsam. Am nächsten Tag zeigte man ihr einen Zeitungsausschnitt, aber sie konnte es immer noch nicht glauben. „Bis sie mich eines Tages in eine Zelle führten mit einer Matratze auf dem Boden, auf der ein blauer Umschlag lag. Sie sagten, jetzt könne ich die Kapuze abnehmen. Ich öffnete den Umschlag und fand einige Fotos, die die Kriminalpolizei von Leonels Leiche gemacht hatte. Ich dachte, die Genugtuung, dass sie mich weinen sehen, kann ich ihnen auf keinen Fall geben, und so riss ich mich zusammen.

Im Gefängnis träumte ich jede Nacht von diesen Fotos. Jahrelang hatte ich immer wieder den gleichen Traum.“ Um nicht träumen zu müssen, versuchte sie, das Einschlafen aufzuhalten. Von der Schlaflosigkeit fielen ihre Haare aus. Also schlief sie wieder, aber der Traum begleitete sie jahrelang.

Der Mord an Pascasio Báez war ein „schrecklicher Irrtum“

Die Ex-Guerillakämpferin María Topolansky bezeichnet den Tod des Landarbeiters Pascasio Báez als Mord und erklärte, die MLN habe mit der Exekution des 46-Jährigen einen schrecklichen Fehler begangen (Báez hatte zufällig eins ihrer Verstecke entdeckt. Anm. d. Übers.). Die „politischen Morde“, wie zum Beispiel die Ermordung des FBI-Agenten Dan Mitrione, betrachtet sie hingegen als gerechtfertigt. Für Topolansky praktizierte die MLN zwei Arten des Tötens: Hinrichtung oder Tötung im Gefecht. Der Tod des Landarbeiters Pascasio Báez hingegen sei „ein riesiger Irrtum gewesen, ein Fehler, eine komplette Fehleinschätzung. Ich denke, es war Mord. Ich lehne die Tat ab. Das habe ich auch damals schon, als mir davon erzählt wurde.“

Gegenüber Ultimas Noticias erklärte Topolansky: „Die Menschen, die wir hingerichtet haben, repräsentierten das System, das wir bekämpfen wollten. Bei der Bekämpfung des Systems war die Hinrichtung ihrer Repräsentanten ein wichtiger Schritt. Das waren politische Morde.“ Die Entscheidungen hierfür seien mit einem kühlen Kopf getroffen worden.

Als Beispiel nennt sie die Hinrichtung des FBI-Agenten Dan Mitrione, der nach Uruguay gekommen war, um mit den Militärs zu kooperieren. „Wir haben Dan Mitrione getötet, weil er nach Uruguay gekommen war, um anderen hier das Foltern beizubringen. So einfach war das.“ Durch seine Exekutierung wurde außerdem der „Einmischung des Imperiums ein Riegel vorgeschoben, denn Mitrione war US-amerikanischer Staatsbürger und verfügte über die volle Rückendeckung seines Landes. Somit war seine Hinrichtung ein politischer, sinnvoller Akt.“

Eine andere Kategorie sei, wenn es bei gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei zu Todesfällen kam. „Immer, wenn man eine Waffe mit sich führt und bereit ist, sie zu benutzen, kann es Tote geben. Entweder du stirbst, oder der andere stirbt, aber das ist eine andere Kategorie, die sich aus der Entscheidung für diese Art von Konfrontation ergibt.“ In einem solchen Fall sei der Tod eine Konsequenz aus einer zuvor gewählten Methode. „Natürlich kann man die Frage stellen, ob die Entscheidung für den bewaffneten Kampf berechtigt war oder nicht, aber wir sollten nicht vergessen, dass damals in ganz Lateinamerika mit Waffen gekämpft wurde.“

Ihre Weggefährt*innen aus der Zeit des bewaffneten Kampfes betrachtet Topolansky als besonders wichtige Freund*innen, obwohl die meisten von ihnen nicht mehr bei der MLN sind. „Als ich aus dem Gefängnis kam, dachte ich, wir müssten uns zusammensetzen und gemeinsam auswerten, was geschehen war, aber dazu waren wir alle nicht in der Lage und vielleicht wollten wir es auch nicht. Und so gingen alle ihren eigenen Weg. Heute sind 90 Prozent von uns nicht mehr bei den Tupamaros. Wir glauben immer noch, dass diese Gesellschaft verändert werden, dass sie gerechter sein muss. Dass der Mensch im Vordergrund stehen sollte und nicht das Geld. Und alle kämpfen wir dafür auf unsere eigene Weise.

Als ich aus dem Gefängnis kam, fanden einige Vollversammlungen statt, bei denen alles drunter und drüber ging. Es kam nie dazu, dass wir uns alle zusammensetzten und uns gegenseitig in die Augen sahen. Von der ganzen großen Gruppe sind heute nur ein paar in der öffentlichen Politik, die große Mehrheit jedoch nicht. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass der Moment für eine kollektive Selbstkritik verpasst wurde, und so hat dann jede/r für sich versucht, Lösungen zu finden. Aber niemand von uns hat unseren Idealen den Rücken gekehrt. Wir glauben alle noch, dass man die Gesellschaft verändern muss.“

Mit seinem „Nie wieder“ lag Vázquez falsch

Ex-Tupamara María Elia Topolansky lehnt den während der Regierungszeit von Tabaré Vázquez eingeführten „Nie wieder-Slogan ab und erklärt: „Diese Idee ist gescheitert, denn sie beruhte auf der Theorie von zwei Dämonen.“

Gegenüber Ultimas Noticias erklärte sie, das Motto „Nie wieder Uruguayer*innen gegen UruguayerInnen“ sei in sich schon eine Verfälschung: „Vásquez hat nie klare Position gegen den Staatsterrorismus bezogen. Mit seinem „Nie wieder“ lag er falsch. Er tat so, als hätte es einfach zwei Lager gegeben.“ Nach seiner Theorie standen zwei Parteien einander in einem innenpolitischen Konflikt gegenüber. Damit stellt er die MLN und den Staat auf dieselbe Stufe. Jedoch sei nicht nur der Ex-Präsident dieser Ansicht. „Auch viele Tupamaros vertreten diese Meinung. Leider.“

Topolansky findet nicht nur den Umgang der Regierung Vázquez mit den innenpolitischen Kämpfen wenig zufriedenstellend. Auch mit der Vision des derzeitigen Präsidenten José Mujica und seiner Ansicht, die gefangenen Militärs seien zu Hause besser aufgehoben als im Gefängnis, kann sie sich nicht anfreunden.

Trotz dieser Differenzen ist nach Ansicht Topolanskys die FA-Regierung das Beste, was in Uruguay seit langer Zeit passiert ist. „Keine Ahnung, ob sie es schaffen wird, die Erwartungen der Menschen zu erfüllen, denn Erwartungen sind sehr leicht zu manipulieren. Keine Ahnung, ob die Menschen wissen, was sie brauchen, um glücklich zu sein, oder ob sie denken, Glück bedeutet, wenn man sich alles kaufen kann.“

Ihr Verhältnis zu ihrer Schwester Lucía bezeichnet sie als „ganz normal“. Mit einem Blick auf ihren Hund „Pulgosa” erklärt sie: „Wir sind eben die Unbekannten, und unsere Schwestern sind die Berühmten.“ Mit der Zeit lerne man jedoch, die Anonymität wertzuschätzen: „Leute, die mich mit meiner Schwester verwechseln, erzählen mir immer allen möglichen Quatsch. Die Menschen finden es anscheinend toll, sich in der Nähe der Macht aufzuhalten.“

 

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