Guatemala

90 Maya-Familien holen sich ihr Land zurück


von Nelton Rivera

(Buenos Aires, 28. Juni 2010, púlsar).- Im guatemaltekischen Department Alta Verapaz sind 90 Bauernfamilien des Maya-Volkes der Q`eqchi` auf Ländereien der Finca San Miguel Cotoxja in der Gemeinde Estor zurückgekehrt. Das Land war ihnen im Jahr 2003 entrissen worden. Die Maya-Familien machen für das seinerzeitige Unrecht eine der GroßgrundbesitzerInnenfamilien der Region verantwortlich. Diese habe sich das Land illegal angeeignet. Eine direkte Verwandtschaft verbindet die von den Campesinos beschuldigte Familie Whitman mit dem konservativem Ex-Präsidenten Óscar Berger, der Guatemala von 2003 bis 2007 regiert hatte.

Campesino-Organisationen hatten in der Vergangenheit mehrfach gegen die illegale Vertreibung der Q`eqchi`-Familien protestiert, bei der großkalibrige Waffen eingesetzt worden waren. Die Landverteilung ist in Guatemala eines der wichtigsten Strukturprobleme. Von indigener Seite wird dem Staat vorgeworfen, er besitze nicht den politischen Willen, die konfliktreiche Situation in der Region zu lösen. Derweil gibt es im guatemaltekischen Kongress keine Fortschritte bezüglich der Verabschiedung des „Gesetzes zur umfassenden Entwicklung des ländlichen Raums“. Auch der runde Tisch, an dem Campesino-Bewegung, Guatemalas Regierung und Privatsektor verhandeln, hat noch keine Übereinkunft erzielen können.

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