Haiti

44 Cholera-Tote nach Hurrikan Sandy


Die neunjährige Widline erhält medizinische Versorgung / Amanda George, britisches rotes kreuz, flickr(Havanna, 20. November 2012, prensa latina).- Die Zahl der Todesopfer durch Cholera nach den Verheerungen des Wirbelsturms Sandy Ende des vergangenen Monats ist auf 44 Personen angestiegen. Dies teilte das haitianische Gesundheitsministerium am 20. November mit.

 

Einschleppung der Krankheit durch UN-Soldaten „am wahrscheinlichsten“

Seither seien mehr als 5.000 Menschen wegen Beschwerden, die mit Cholera in Zusammenhang stünden, ärztlich behandelt worden. Die gegenwärtige Situation sei zu erwarten gewesen, wobei die Zahl der Todesfälle sich erhöht habe und die Krankheit, die seit 2010 wieder auf der Insel grassiert, weiterhin ein großes Problem sei. Etwa 5 Prozent der haitianischen Bevölkerung seien durch die Cholera geschädigt worden.

Nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen sei es „am wahrscheinlichsten“, dass der neuerliche Ausbruch der zuvor seit Jahren ausgerotteten Krankheit im Jahr 2010 durch UN-Soldaten der MINUSTAH aus Nepal verursacht wurde, die in Haiti stationiert waren, hatte die US-Expertin Daniele Lantagne vor einem Monat erklärt. Sie war von den Vereinten Nationen mit der Untersuchung der Herkunft des Cholera-Virus beauftragt worden. „Wir wissen jetzt, dass die genetische Struktur des in Haiti aufgetretenen Virus exakt mit dem in Nepal vorkommenden übereinstimmt“, hatte Lantagne erklärt.

98 Prozent der Bevölkerung ohne Trinkwasserzugang

US-Forscher*innen hatten vergangenen Juni behauptet, die Epidemie sei von verschiedenen Virentypen ausgelöst worden und nicht von einem einzigen. Zuvor hatten Untersuchungen bereits darauf hingedeutet, dass die Krankheit von einem asiatischen Cholera-Typus herrührt und von den Minustah-Soldaten eingeschleppt worden war.

Von den rund zehn Millionen Einwohner*innen Haitis haben lediglich zwei Prozent Zugang zu Trinkwasser und für den Großteil der Bevölkerung gibt es auch kein Sanitärsystem. Die Menschen erledigen ihre Toilettengänge oft im Freien, in der Nähe ihrer Hütten oder in der Nähe von Flüssen.

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