Chile

400.000 Menschen demonstrieren für Bildungsreform


Die Bildung ist gestorben - Demonstrant*innen am 30. Juni / Horment, flickr(Buenos Aires, 30. Juni 2011, púlsar).- Landesweit gingen in Chile am 30. Juni rund 400.000 Menschen auf die Straße, um für eine grundlegende Reform des Bildungswesens, das Recht auf kostenlose Bildung und einen Stopp der Privatisierung zu demonstrieren. Zu den Protesten hatten Studierendenvereinigungen und Verbände der Sekundarschüler*innen aufgerufen. Unterstützt wurde der Aufruf von Universitätsdirektor*innen, Lehrer*innen, Professor*innen, dem Verband der Angestellten des Gesundheitswesens und anderen Angestelltenverbänden öffentlicher Einrichtungen.

„Bürgerbewegung für ein Recht auf Bildung“

Nach Angaben des Korrespondenten von Púlsar, Raúl Rodríguez, nahmen allein in der Hauptstadt Santiago de Chile mehr als 200.000 Menschen an der Demonstration teil. Die Präsidentin der Studierendenföderation der Universität Chile FECH (Federación de Estudiantes de Chile), Camila Vallejo, erklärte, die Proteste seien mittlerweile “eine Bürgerbewegung für das Recht auf Bildung” geworden.

Die Proteste hatten vor etwa einem Monat zunächst damit begonnen, dass Sekundarschüler*innen für ein ganzjähriges SchülerInnenticket auf die Straße gingen. Den Demonstrationen hatten sich Student*innen angeschlossen, die Forderungen nach einer grundlegenden Reform des Bildungssystems wurden schnell lauter.

Vorschläge der Regierung finden keine Zustimmung

Es müsse ein „qualitativ hochwertiges System öffentlicher Bildung“ geschaffen werden, „das niemanden ausschließt, denn es gibt die notwendigen Mittel dafür“, erklärte die Studentenführerin Vallejo gegenüber der Presse. Sie unterstrich die Forderungen der Demonstrant*innen nach einer Demokratisierung und einem Strukturwandel in der chilenischen Bildung.

Auch der Rat der Universitätsrektoren unterstützt die Forderungen der Schüler*innen und Student*innen und wies Vorschläge des Bildungsministers Joaquín Lavin als unzureichend zurück.

CC BY-SA 4.0 400.000 Menschen demonstrieren für Bildungsreform von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

onda-info 452
80
Hallo und Willkommen zum onda-info 452! Unser knallvolles Infomagazin startet jetzt mit einer Nachricht aus Brasilien von der erneuten, verheerenden Schlammlawine in Minas Gerais. Schon im November 2015 begrub eine gewaltige Schlammlawine in Brasilien mehrere Dörfer unter sich. Damals brach das Klärbecken einer Eisenmine, ebenfalls im Bundesstaat Minas Gerais. Einen ausführlichen Beitrag dazu findet ihr in unserem Archiv Fokus Menschenrechte 2016. Das onda-info geht wei...
Polizei in Kolumbien geht hart gegen Studierende vor
358
(Bogotá, 12. November 2018, amerika21).- Bei anhaltenden Studierendenprotesten, die sich gegen das Budget für die höhere öffentliche Bildung für das Jahr 2019 und gegen das von der Regierung Iván Duque geplante Finanzierungsgesetz richten, ist es zu Festnahmen und Verletzten gekommen, mehrere Studenten gelten als vermisst. Nach Informationen einer Menschenrechtsorganisation und Berichten verschiedener Medien kam es in mehreren Orten zu Übergriffen der Polizei, insbesondere in...
Kolumbien: Haushaltsetat für 2019
161
(Bogotá, 21. Oktober 2018, Colombia Informa).- Während die Studierenden auf den Straßen für mehr staatliche Investitionen in die Bildung demonstrieren, verabschiedet die Regierung unter dem neuen Präsidenten Iván Duque den Haushalt für 2019. Zwar wurden die Ausgaben für die Bildung um zehn Prozent erhöht, doch das reicht vorne und hinten nicht. Überraschend ist auch nicht die Aufstockung des Verteidigungshaushaltes um sieben Prozent, sondern die Zunahme des Schuldendienstes v...
Streik der Studierenden an der UNAM
108
(Berlin, 11. September 2018, poonal).- An mindestens 32 Einrichtungen der Nationalen Autonomen Universität Mexikos – kurz UNAM – traten die Studierenden am 4. September in den Streik. Diesem schlossen sich binnen kürzester Zeit Kommiliton*innen in ganz Mexiko an. Zehntausende von ihnen gingen in Mexiko-Stadt und weiteren Städten des Landes auf die Straße und forderten ein Ende der Gewalt an Mexikos Hochschulen. Streik für Verbesserung der Sicherheitslage Mit ihrem Streik re...
Zentralamerika: Die Jugendlichen wollen raus aus den armen Vierteln!
66
(San José, 20. Juli 2018, pressenza/IPS/poonal).- La Carpio liegt wie eine verarmte urbane Insel in der Peripherie von San José, Hauptstadt von Costa Rica. Auf der einen Seite fließt der Torres mit dem landesweit am stärksten verseuchten Wasser vorbei, auf der anderen Seite erhebt sich eine enorme Müllhalde. Eine Anlage, die das Abwasser von elf Städten klärt, umgibt La Carpio. In Mitten von ungestrichenen Häusern, Basaren, mehr als 60 Kneipen und hundert Kirchen verschiedene...