Ecuador

32.000 Familienbetriebe von Wasserknappheit betroffen


(Venezuela, 27. November 2009, telesur).- Wegen einer hartnäckig anhaltenden Dürreperiode ist mit massiven Ernteeinbußen auf etwa 40.000 Hektar Ackerland zu rechnen. Bisher sind im gesamten Land etwa 300 Rinder verdurstet. Wie der Landwirtschaftsminister erklärte, leiden die etwa 32.000 familiengeführten Kleinbetriebe und Viehzüchter*innen in besonderem Maß unter der Trockenheit.

Angesichts der Krise sicherte die Regierung die Bereitstellung von 385.000 Rationen Viehfutter zu. Besonders betroffen ist die Landwirtschaft in Manabí, Esmeraldas und Santo Domingo de los Tsáchilas im Nordwesten des Landes. Gegenüber der örtlichen Presse erklärte Lucy Montalvo, stellvertretende Leiterin des regionalen Landwirtschaftsministeriums, die kleinen Familienbetriebe und Viehzüchter*innen seien die wichtigsten Versorger für die Märkte im Umland.

Präsident Rafael Correa erklärte Anfang November: „Möglicherweise haben wir es hier auf lange Sicht mit einem sehr schweren Problem zu tun, das vielleicht sogar mehrere Monate andauert. Ich bitte das ecuadorianische Volk, in dieser Krise zusammenzustehen.“

Landwirtschaftsminister Ramón Espinel erklärte, man plane, die bäuerlichen Betriebe so lange mit Viehfutter zu unterstützen, bis die schwere Krise überstanden sei. Etwa 385.000 Rationen werden in die Landesmitte und in die Küstenregionen gebracht und unter etwa 16.000 Familien verteilt. Es wird erwogen, weitere 400.000 Rationen aus Kolumbien zu importieren. Bei einer Bauernversammlung im Küstenort Chone betonte Espinel, das von der Regierung gesponserte Viehfutter reiche aus, um die Viehherden der kleineren und mittleren Betriebe im Süden und in den Küstengebieten in der Landesmitte etwa 35 Tage lang zu versorgen.

Die aktuelle Dürre ist die schlimmste Trockenheit seit 40 Jahren. In den Stauseen der Wasserwerke ist der Pegel derart gesunken, dass die Regierung sich gezwungen sah, den Notstand in der Energieversorgung auszurufen, den Stromverbrauch drastisch zu drosseln und Energie aus Kolumbien und Peru zu importieren. Auch der Süden des Landes, wo sich das Wasserkraftwerk Paute befindet, ist betroffen. Normalerweise werden von hier aus etwa 35 Prozent des gesamten ecuadorianischen Energiebedarfs gedeckt; zurzeit hat Paute jedoch seinen Produktionsausstoß um 50 Prozent heruntergefahren. So muss nun der Stromverbrauch im gesamten Land gesenkt werden. Die Regierung rechnet jedoch damit, das Defizit bis Mitte Dezember ausgleichen und die Stromausfälle zu vermeiden zu können.

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