Argentinien

25 Jahre Haft für drei Generäle der Diktatur


(Rio de Janeiro, 20. April 2010, púlsar).- Die argentinische Justiz hat am Dienstag Reynaldo Bignone zu 25 Jahren Haft verurteilt. Bignone war der letzte Chef der Militärjunta, die das Land von 1976 bis 1983 beherrschte. Das gleiche Strafmaß erging für die Generäle Santiago Riveros und Fernando Verplaetsen. Langjährige Haftstrafen erhielten außerdem drei weitere Militärs.

Die Anklagepunkte gegen den heute 82-jährigen Bignone lauteten unter anderem auf Freiheitsberaubung und Folter. Das Bundesgericht in San Martín in der Nähe von Buenos Aires verhandelte jene Menschenrechtsverletzungen, die während der Diktatur im Geheimen Haftzentrum CCD (Centro Clandestino de Detención) begangen wurden – bekannter unter dem Namen Campo de Mayo.

Reynaldo Bignone, de facto der letzte Präsident der argentinischen Militärdiktatur, hatte sich zuletzt unter Hausarrest befunden. Nun muss er den normalen Strafvollzug antreten.

Menschenrechtsorganisationen begrüßten das Urteil. Für die 79-jährige Präsidentin der Großmütter vom Plaza de Mayo, Enriqueta Estela Barnes de Carlotto, war das Wichtigste an dem Urteil, dass die schweren Menschenrechtsverletzungen auch als solche bezeichnet worden seien.

CC BY-SA 4.0 25 Jahre Haft für drei Generäle der Diktatur von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Concepto de ayudas para víctimas de Colonia Dignidad La propuesta del gobierno alemán para ayudas a las víctimas de la Colonia Dignidad respira aires de décadas pasadas Así una de las críticas fuertes respecto al concepto presentado por el ministro der Relaciones Exteriores de Alemania en julio. Pueden escuchar eso y más sobre cómo va el esclarecimiento de los crímenes cometidos en la Colonia Dignidad, la secta alemana en el Sur de Chile. Para bajar el audio cliquéa el link "Datei herunterladen" arriba. Aquí también e...
Hilfskonzept für Opfer der Colonia Dignidad atmet den Geist vergangener Jahrzehnte Ein Jahr ist es her, dass der deutsche Bundestag die Bundesregierung einstimmig zur „Aufarbeitung der Verbrechen in der Colonia Dignidad“ aufgefordert hat. 1961 hatte der Sektenchef Paul Schäfer und seine Führungsgruppe die sogenannte „Kolonie der Würde“ im Süden Chiles gegründet. Seitdem lebten dort um die 300 Bewohnerinnen und Bewohner vier Jahrzehnte lang hinter Stacheldraht und Zäunen. Sklaverei und systematische Vergewaltigungen der Sektenmitglieder gehörten genauso zum...
„Warum bloß immer noch Colonia Dignidad?“ Colonia Dignidad heißt übersetzt ins Deutsche „Kolonie der Würde“. Bis heute aber ist dieser Name ein Synonym für religiösen Fanatismus, moderne Sklaverei, sexuellen Missbrauch, Folter und Mord. Und auch für Straflosigkeit. Die Opfer der deutschen Sektensiedlung im Süden Chiles kämpfen noch immer für Gerechtigkeit. Ende April ist eine Delegation deutscher Staatsanwälte und Justizbeamter nach Chile und auch in die Colonia Dignidad gefahren. Sie haben Gespräche mit Vertretern ...
onda-info 432 Hallo und Willkommen zum onda-info 432! Wir starten mit einer kurzen Nachricht zu den Wahlen in Paraguay vom 23. April 2018. Dann geht es nach Kuba. Auch dort hat es "Wahlen" gegeben - die Nationalversammlung hat Miguel Díaz-Canel zum neuen Präsidenten Kubas ernannt. Damit ist zumindest formell kein Castro mehr an der Staatsspitze. Wir haben uns in Havanna mal umgehört, wie die Leute die Veränderungen der letzten Jahre bewerten und ob sie Erwartungen an die neue Staatsf...
Hasta siempre Sara Peretti (Buenos Aires, 17. April 2018, anred).- Sara Peretti, eine der Mütter der Plaza de Mayo im Verwaltungsbezirk Lomas de Zamora, ist von uns gegangen. Voller Stolz sprach sie von ihrem Sohn. Sie erklärte, die politisch aktiven Jugendlichen wüssten genau, was sie wollten, sie seien sich der Gefahr bewusst gewesen und hätten ihr Leben für ihre Überzeugung gegeben. Sara klapperte Polizeiwachen und Kasernen ab; zusammen mit anderen Müttern, deren Kinder ebenfalls verschwunden waren,...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.