Mexiko

2010 gewaltsamstes Jahr für Frauen in Chihuahua


von Gladis Torres Ruiz

alt(Mexiko-Stadt, 07. Januar 2011, cimac).- Die Organisation Gerechtigkeit für unsere Töchter hat im Jahr 2010 446 vorsätzliche Morde an Frauen erfasst. Im Zeitraum von 1993 bis 2002 waren es demnach 413 Morde.

Norma Ledezma, Koordinatorin der Organisation, präzisierte in einer Meldung, dies bedeute, dass alle 20 Stunden eine Frau ermordet worden sei. „August und Oktober waren die gewaltsamsten Monate – man registrierte jeweils 51 und 62 Morde“.

Nach Angaben von Gerechtigkeit für unsere Töchter wies Ciudad Juárez im Jahr 2010 den höchsten Grad an Gewaltdelikten gegenüber Frauen auf: “306 der 446 vorsätzlichen Morde wurden in diesem Municipio begangen, was 69 Prozent der gesamten in Chihuahua registrierten Fälle ausmacht.“

„Totale Straflosigkeit“ für die Täter

Der Anstieg der vorsätzlichen Morde spiegele nur wider, dass der Feminizid mit unangemessenen Mitteln bekämpft werde, erklärte Irene Miramontes, ebenfalls von dieser Organisation, in einem Telefoninterview.

Zwar existieren verschiedene Mechanismen wie Gesetze und Institutionen, doch hätten diese ihren Zweck nicht erfüllt. Hinzu käme der Anstieg der Unsicherheit und das gewalttätige Klima im Staat.

“Das Umfeld ist optimal für die Männer, welche Frauen töten, da sie wissen, dass sie strafrechtlich nicht verfolgt werden und so fühlen sie sich den Frauen überlegen und können mit ihnen machen was sie wollen“ so die Aktivistin.

Nach Informationen lokaler Tageszeitungen sind im Lauf dieses Jahres (2011) schon fünf Frauen ermordet worden; zwei von ihnen sind in Ciudad Juárez sexuell missbraucht, gefoltert und getötet worden. Die Opfer waren zwischen 20 und 25 Jahren alt.

(Foto: Ipernity)

CC BY-SA 4.0 2010 gewaltsamstes Jahr für Frauen in Chihuahua von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

onda-info 444
65
Hallo und Willkommen zum onda-info 444! Trotz der Schnapszahl gibt es wenig zu feiern, denn auch wir verfolgen mit Sorge die aktuellen Entwicklungen in Brasilien. Der rechtsextreme Bolsonaro geht als Favorit in die Stichwahl. Droht Brasilien eine faschistische Regierung oder gar eine neue Militärdiktatur? Eine aktuelle Einschätzung könnt ihr unter https://mais1cafe.org/2018/10/09/de-brasilien-unter-schock/ unter anderem von unserem Mitarbeiter Nils Brock hören. Doch im ...
Frauen gegen Bolsonaro
149
(Montevideo, 17. September 2018, comcosur/poonal).- Der brasilianische rechte Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro ist bekannt für seine Geringschätzung gegenüber Frauen, Schwarzen und Homosexuellen. Nun sieht er sich einer neuen Herausforderung gegenüber: Den Frauen. Am 29. September gingen in den wichtigsten Städten Brasiliens hunderttausende Menschen, vor allem Frauen, gegen Bolsonaro auf die Straße. Organisiert wurden die Proteste von der Initiative „Frauen gemeinsam g...
Interview: „Frau, schwarz, aus den Favelas und lesbisch”
201
(Buenos Aires, 7. September 2018, Página 12).- Mit ihrer Reise nach Argentinien will Mónica Benicio auf die weiterhin andauernde Straflosigkeit nach der Ermordung ihrer Lebensgefährtin, der Stadträtin Marielle Franco, aufmerksam machen. Marielle Franco befand sich an jenem 14. März auf der Rückreise von einer Versammlung in Río de Janeiro, als das Auto von einem anderen Fahrzeug gestoppt wurde. Marielle wurde durch fünf Schüsse in den Kopf getötet, auch der Fahrer ihres Wagen...
Streik der Studierenden an der UNAM
96
(Berlin, 11. September 2018, poonal).- An mindestens 32 Einrichtungen der Nationalen Autonomen Universität Mexikos – kurz UNAM – traten die Studierenden am 4. September in den Streik. Diesem schlossen sich binnen kürzester Zeit Kommiliton*innen in ganz Mexiko an. Zehntausende von ihnen gingen in Mexiko-Stadt und weiteren Städten des Landes auf die Straße und forderten ein Ende der Gewalt an Mexikos Hochschulen. Streik für Verbesserung der Sicherheitslage Mit ihrem Streik re...
Andrea Lammers zum Prozess wegen des Mordes an Berta Cáceres
73
Am 17. September soll der Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder der Umweltaktivistin Berta Cáceres beginnen. Andrea Lammers vom Oekubüro für Frieden und Gerechtigkeit in München wird zum Prozess nach Honduras reisen. Wir haben mit ihr gesprochen. Jahrelang hatte Berta Cáceres sich gegen den Bau des Wasserkraftwerks Augua Zarca am Gualcarque-Fluss eingesetzt. Sie war Mitbegründerin des Rates zivilgesellschaftlicher und indigener Organisationen COPINH. Für ihren Kampf um Sch...