Peru

200.000 Fußballfelder Wald sind weg


Foto: Servindi

(Lima, 8. Februar 2018, servindi/poonal)-. Nach Schätzungen des Monitoring-Projekts für das andine Amazonasgebiet MAAP (Proyecto de Monitoreo de la Amazonía Andina) sind im Jahr 2017 143.425 Hektar Wald in Peru verschwunden, was in etwa der Größe von 200.000 Fußballfeldern entspricht. Trotz dieser Größenordnung ist die Abholzung im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent gesunken. Die am stärksten betroffenen Regionen befinden sich im zentralen Amazonas (Ucayali/Huánuco) und im südlichen Amazonas (Madre de Dios). Die Hauptfaktoren für das Waldsterben sind der Anbau von Ölpalmen, der Goldabbau sowie die Vieh- und Landwirtschaft (Mais, Papaya, Kakao, Soja).

Illegaler Handel mit Holz

Ein weiterer entscheidender Faktor für das Verschwinden des Waldes ist der illegale Handel mit Holz. Der Bericht „Der Moment der Wahrheit: Chance oder Bedrohung für den peruanischen Amazonas im Kampf gegen den illegalen Holzhandel“ der US-amerikanischen Umweltorganisation EIA (Environmental Investigation Agency) stellt Fakten über den illegalen Holzexport zusammen.

Ein großes Problem, so der Bericht von EIA, stellen die staatlichen Behörden dar, die bestehende Vorschriften abschaffen, mit der die Verifizierung einer legalen Herkunft des Holzes möglich ist: „Die Kontrollen am Exporthafen sind drastisch zurückgegangen und die Regierung hat die Formalitäten, die man für den legalen Transport benötigt, derartig verändert, dass die Herkunft des Holzes nicht mehr zurückverfolgt werden kann.“

Programme gegen illegalen Handel werden eingestampft

2014/15 gab es das groß angelegte Programm Operación Amazonas, das unter der Leitung des peruanischen Zolls Kontrollen zur Bekämpfung des illegalen Holzhandels durchführte. Nach Angaben der staatlichen, aber eigenständig arbeitenden Waldaufsichtsbehörde Osinfor (Organismo de Supervisión de los Recursos Forestales), handelte es sich bei 17 Prozent der Holzexporte, die 2015 in Callao, dem größten Hafen von Peru, kontrolliert wurden, um Holz aus Regionen, die sich auf der offiziellen Roten Liste befinden. Nur 16 Prozent der Holzexporte konnten eindeutig als legal eingestuft werden. Mindestens 45 Unternehmen verstießen laut Osinfor im Jahr 2015 durch den illegalen Export von Holz in 18 Länder gegen das Gesetz. Die Frachter, die direkt vom Hafen Iquitos im Amazonas ablegen, hatten laut dem EIA-Bericht im Jahr 2015 durchschnittlich 91 Prozent illegal abgeholzte Ware geladen.

Nun behaupten die peruanischen Exporteur*innen und die Waldbehörde, dass die Rückverfolgung des Holzes unmöglich sei. Und sie haben Recht, da die Anforderungen eines Herkunftsnachweises für das Holz von staatlicher Seite abgeschafft wurde.

Ein Videoüber illegale Abholzung findet ihr hier.

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