poonal


Der Pressedienst poonal veröffentlicht aktuelle Meldungen und Hintergrundberichte aus Lateinamerika in deutscher Sprache.

Mit diesem Angebot machen wir seit 1991 zugänglich, was lateinamerikanische Autor*innen und Agenturen über politische Bewegungen, soziale, kulturelle und ökonomische Kämpfe bzw. Emanzipationsprozesse in Lateinamerika schreiben. Eher selten finden sich daher bei poonal Artikel von deutschsprachigen Autor*innen.

Wir arbeiten mit derzeit 20 alternativen Nachrichtenagenturen in Lateinamerika zusammen, die uns ihre Meldungen unentgeltlich zur Verfügung stellen. Die Artikelauswahl trifft ein Redaktionsteam in Berlin. Ein über den ganzen Globus verstreutes Netzwerk ehrenamtlicher Übersetzer*innen sorgt für die Übertragung ins Deutsche.


Aktuelle Texte

Kein Recht auf ein gesundes Leben

Volles Wartezimmer, mangelnde Versorgung. Eine Krebsklinik in Venezuela. Foto: Wolf-Dieter Vogel

Von Wolf-Dieter Vogel. (Caracas-Mexiko-Stadt, 14. Oktober 2017, npl).- Die sozialistische Regierung von Venezuela legte einst großen Wert auf eine gute Krankenversorgung. Doch inzwischen fehlt für Medizin und Ausrüstung das Geld. Das Gesundheitssystem des Landes kollabiert. Medikamente für die Chemotherapie? Sieht schlecht aus. Blutkonserven? Haben wir keine. Schmerzmittel? Gibt es nicht. Gabriel Romero läuft von einem Raum zum nächsten, und überall bekommt er dieselbe Antwort. Egal, was der Krebsarzt sucht, es mangelt an allem. „ Gestern zum Beispiel gab es zunächst keine sterilen Handschuhe für die OPs“, sagt er. Erst um zehn Uhr seien ein paar wenige angekommen. „Anstatt zehn konnten wir nur drei Personen operieren.“ […]

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Mitsprache statt Urbanisierung von oben – Das Viertel Villa Las Américas kämpft für ein Recht auf Stadt

Graffiti in Talca, bunt auf Beton / Foto: Mig Rod, cc-by-nd-2-0

Von Juan Ortega, Eco

(Talca, 13. Oktober 2017, eco-poonal).- Talca, das heißt auf Mapudungun, der Sprache der Mapuche-Indigenas, „Donner.“ Der Name stand auch Pate für eine 1692 gegründete chilenische Provinzhauptstadt. Umringt von Weinbergen und endlosen Obstplantagen, 240 Kilometer südlich von Santiago gelegen, war Talca lange Zeit stolz auf seine koloniale Architektur. Doch im Jahr 2010 traf die Stadt ein Erdbeben wie ein Donnerschlag. Weite Teile des historischen Zentrums wurden zerstört. Dort wo früher Stuck und Schnörkel das Bild prägten, entstanden betonlastige Apartmenthäuser. Denkmalschützer*innen und Anwohner*innen waren empört. […]

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Kerzen für Joane Florivil – junge Haitianerin in Polizeigewalt verstorben

Kerzen für die in Haft verstorbene Haitianerin Joane Florivil / Foto: twitter piensa prensa/@panbecerra

(Caracas, 03. Oktober 2017, telesur).- Am 30. August hatte man Joane Florivil beschuldigt, ihre Tochter ausgesetzt zu haben. Obwohl Frau Florivil und ihr Ehemann die Anschuldigung zurückwiesen, wurde die junge Frau verhaftet und starb kurze Zeit später unter bislang ungeklärten Umständen durch Schläge auf den Kopf. Zahlreiche Kerzen wurden am zweiten Oktober im Rahmen einer Trauerfeier zum Gedenken an die Haitianerin Joane Florivil auf der Plaza de Armas in der chilenischen Hauptstadt Santiago entzündet. Die 29-Jährige starb unter bisher ungeklärten Umständen, nachdem sie von der Polizei verhaftet worden war. […]

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Der zwölfte Oktober – Tag des indigenen Widerstands

Casa de la Memoria, Guatemala / Foto: Markus Plate

Von Markus Plate

(San José, 11. Oktober 2017, npl).- Das europäisch stämmige Lateinamerika sieht im 12. Oktober bis heute einen Feiertag für „Zivilisierung“ und „Missionierung“ der „Neuen Welt“. In Spanien ist der Tag, als Kolumbus vor 525 auf den amerikanischen Kontinent traf, Nationalfeiertag. Aber auch in fast allen amerikanischen Ländern wird der 12. Oktober als Tag des „Hispanischen“, als Kolumbustag, oder als Tag des „Kontaktes zweier Kulturen“ begangen. Für das indigene Lateinamerika ist derselbe Tag dagegen ein Symbol für Versklavung und des Völkermords. Wie jedes Jahr begehen Lateinamerikas Indigene den 12. Oktober als Tag des Widerstands – und fordern Ihre Rechte ein. […]

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Interview mit Dr. Aleida Guevara – Das lebendige Erbe eines absoluten Kämpfers

Dr. Aleida Guevara / Foto: Italo Cherubini

Von Sergio Ferrari. (Quito, 02. Oktober 2017, alai).- Ein halbes Jahrhundert nach seiner Ermordung im bolivianischen La Higuera zählt Ernesto Che Guevara auch heute noch zu den weltweit am meisten wahrgenommenen politischen Persönlichkeiten. Kaum eine soziale Bewegung, die nicht das Konterfei des argentinisch-kubanischen Guerilla-Kämpfers abbildet, der im Alter von nur 38 Jahren im bolivianischen Urwald erschossen wurde. Wenigen Politiker*innen ist es gelungen, innerhalb einer so kurzen Lebenszeit die Zeitgeschichte in einem solchen Maße zu prägen. Das liege sicher auch an seiner umfassenden Menschlichkeit, meint seine Tochter Aleida Guevara in einem Interview. […]

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