Guatemala

15.000 Geburten durch minderjährige Frauen in sechs Monaten


(Mexiko-Stadt, 22. Oktober 2009, cimac).- Die sexuelle und reproduktive Gesundheit ist Thema von mehr als einem Dutzend Gesetzen, der öffentlichen Politik sowie nationaler und internationaler Abkommen. Trotzdem werden in Guatemala immer noch Defizite auf diesem Gebiet festgestellt: So wurden im ersten Halbjahr 2009 15.000 der geborenen Kinder von minderjährigen Frauen zur Welt gebracht.

Nach Information der Zeitungsbeilage „Frau“ der Tageszeitung „El Periódico“ durchlebt die weibliche Bevölkerung zwei Drittel ihres Lebens im gebärfähigen Alter. Deshalb kommt der Notwendigkeit, das sexuelle und reproduktive Wohlergehen der Frauen sicherzustellen, eine hohe Bedeutung zu. Dieses Menschenrecht wird in Guatemala jedoch kaum respektiert.

Die guatemaltekische Vereinigung von Medizinerinnen (Asociación Guatemalteca de Mujeres Médicas) betont, dass die Herausforderung hinsichtlich der reproduktiven Gesundheit darin besteht, die Theorie in Praxis umzusetzen. Die Betreuung so vieler Geburten im Jugendalter innerhalb eines Halbjahres bedeutet einen Anstieg um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Laut der Veröffentlichung von „El Periódico“ starben im Laufe dieses Jahres bereits mindestens 145 schwangere oder gebärende Frauen. Die Mehrzahl der Fälle wurde in Alta Verapaz und in Huehuetenango festgestellt, beides Departments mit hohen Indexen für derartige Todesursachen.

Das departamentale Netz von Organisationen indigener Frauen für reproduktive Gesundheit im Quiché (Red Departamental de Organizaciones de Mujeres Indígenas por la Salud Reproductiva de Quiché) verlangte kürzlich Verbesserungen im öffentlichen Gesundheitssystem, um der Sterblichkeit indigener Frauen aufgrund von Problemen vor, während und nach der Geburt vorzubeugen und diese zu reduzieren.

Anastasia Pacheco vom Komitee Die Sterne (comité Las Estrellas) der Gemeinde Chinique, Quiché, betont in der Beilage, dass es notwendig sei, den Zugang der indigenen Frauen zu Diensten und Informationen bezüglich reproduktiver Gesundheit mit einem Fokus auf Interkulturalität und Respekt zu gewährleisten.

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