Nicaragua

15 Tote nach Großdemo gegen Ortega


Großdemo

„Nicaragua trauert“ steht auf dem Banner auf der Großdemo in Managua. Foto: Democracy Now

(Washington, 1. Juni 2018, democracy now).- Am Mittwoch, 30. Mai haben zehntausende Menschen in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua gegen die Regierung demonstriert. Daraufhin haben Anhänger des Präsidenten Daniel Ortega das Feuer auf die Demonstrant*innen eröffnet und mindestens elf Menschen getötet und 80 verletzt. Auch in anderen Landesteilen gab es Demonstrationen; dabei starben weitere vier Menschen, Dutzende wurden verletzt. Damit steigt die Zahl der Toten während der jüngsten Proteste gegen den Präsidenten auf fast 100.

Die Demonstration am 30. Mai fand unter dem Motto „die Mutter aller Märsche“ statt und wurde von Müttern von einigen der Getöteten angeführt. Die Proteste gegen die Regierung haben am 18. April begonnen, nachdem Ortega Rentenkürzungen und die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge angekündigt hatte.

CC BY-SA 4.0 15 Tote nach Großdemo gegen Ortega von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Ay Nicaragua, Nicaragüita
402
(28. April 2018, ruptura).- „Wie schafft man es nicht faschistisch zu werden, (vor allem) wenn man sich für einen revolutionären Aktivisten hält?“ Der Satz von Michel Foucault beschreibt auf perfekte Art und Weise den Prozess, den Nicaragua erleidet. Die Regierung unter Daniel Ortega und Rosario Murillo hat das Sozialsystem reformiert, das unter anderem eine Kürzung der Renten um fünf Prozent vorsieht, um die Kassen des Nicaraguanischen Instituts für Sozialversicherung INSS ...
Nicaragua: Der unerwartete Ausbruch
1827
(Managua, 28 April 2018, desinformémonos/el salto).- Niemand hat es vorhergesehen. Es ist in diesen neun Tagen viel zu viel passiert, und doch genug um zu wissen, dass in Nicaragua nichts mehr so sein wird wie vorher. Das Land trauert um die 39 bestätigten Todesopfer (von 28 weiteren gibt es noch keine Bestätigung) - vor allem junge Leute, die in den ersten vier Tagen einer Protestwelle gestorben sind, die die ganze Gesellschaft aufgeweckt hat. 500 junge Leute haben sich in e...
Kolumbien: Sondergerichte für Verbrechen gegen soziale Aktivist*innen
85
(Montevideo, 10. Mai 2019, la diaria).- Häufige Angriffe und Drohungen gegen soziale Anführer*innen in Kolumbien haben die Regierung von Iván Duque dazu veranlasst, die Schaffung von Sondergerichten anzukündigen, die diese Fälle strafrechtlich verfolgen sollen. „Wir möchten das Land darüber informieren, dass mehrere Richter*innen ernannt werden, um die Morde an unseren sozialen Anführer*innen strafrechtlich zu verfolgen und exemplarisch zu bestrafen“, kündigte der kolumbianis...
„Wer behauptet, Taser seien keine tödlichen Waffen, hat Unrecht!“
47
(Buenos Aires, 7. Mai 2019, CORREPI/ poonal).- Ismael Jalil, Anwalt und Aktivist der Initiative gegen Staats- und Polizeigewalt CORREPI (Coordinadora Contra la Represión Policial e Institucional), nahm in einem Interview mit der Nachrichtenagentur RT Stellung zum Einsatz von Tasern durch die argentinische Bundespolizei. Taser sind Elektroschockpistolen von der US-amerikanischen Firma Axon, die Zielpersonen aus der Distanz bewegungsunfähig machen sollen. Die Sicherheitsminist...
onda-info 459
148
Seit Ende 2018 beschäftigten wir uns beim Nachrichtenpool Lateinamerika besonders mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der UN – auch bekannt unter dem Namen „Agenda 2030“. Unsere Hinhörer-Serie stellt euch diesmal Ziel 7 vor: Saubere und bezahlbare Energie für alle. Apropos Energie und sauber. In Venezuela setzt man ja unter egal welcher Regierung vor allem auf‘s Öl. Und auf Machterhalt oder Erhalt der Macht. Lässt sich ein Krieg oder eine Militärintervention in dem süda...