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Nach einer Nota zum erfolgreich verlaufenen Agrarstreik in Kolumbien geht es gleich ans Eingemachte: Ihr hört ein brandaktuelles Interview zu den Unruhen im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca, bei denen am Sonntag mehrere Menschen von der Polizei erschossen worden sind. Der Spielfilm über die Colonia Dignidad in Chile hat wohl in Deutschland ein paar schlafende Beamte geweckt: Einer der Haupttäter dieser verbrecherischen Sekte lebt seit fünf Jahren unbehelligt in Deutschland, aber jetzt soll er doch noch in Haft kommen. Und schon beim letzten Mal angekündigt: Die kubanischen Hiphopperinnen von Las Krudas Cubensi waren auf Tour und erzählen uns von ihrer Musik und ihren Kämpfen.

Viel Spaß beim Hören wünschen wir vom onda-info!

Beitrag Lehrerproteste Oaxaca:

In Brüssel verhandeln die EU-Staaten mit Mexiko über ein neues Freihandelsabkommen. Währenddessen schießen im Süden des lateinamerikanischen Landes Bundespolizisten auf Lehrer*innen, die gegen die neoliberale Reformpolitik der Regierung Peña Nietos protestieren. Onda-Info sprach mit Philipp Gerber über die Hintergründe der Proteste und warum die Regierung mit massiver Repression auf sie reagiert.

Beitrag Colonia Dignidad:

Endlich bewegt sich was in Sachen „Colonia Dignidad“, der deutschen Sektensiedlung im Süden Chiles, in der Kinder systematisch sexuell missbraucht und chilenische Oppositionelle gefoltert und ermordet wurden. Nach Jahrzehnten ergebnisloser Ermittlungen gibt es jetzt die erste Vor-Entscheidung der deutschen Justiz. Und nach dem Kinostart des Politthrillers „Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“ von Florian Gallenberger kündigte auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier an, die Rolle des Außenministeriums aufzuarbeiten und Akten freizugeben. Weitere konkrete Schritte der deutschen Regierung stehen allerdings noch aus.

Beitrag Las Krudas Cubensi:

Die queer-feministische Hip Hop Band aus Kuba, Las Krudas Cubensi war in Berlin. Vor einem begeisterten Publikum gaben sie ein Konzert auf dem Berliner Wagenplatz Kanal. Ihre Texte stellen die bestehenden Verhältnisse in Frage, sie kritisieren den Kolonialismus, greifen das Patriachat an und bekämpfen Rassismus auf allen Ebenen. Mit musikalischem und künstlerischen Geschick gaben die Bandmitglieder Odaymara Cuesta und Olivia Prendes eine bewegende Bühnenperformance.

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