Deutschland Peru

Keine Entwarnung: Der ungebremste Export von Rohstoffen bleibt für Peru Devise Nummer eins


Am 5. Juni 2009 nahm der fast zwei Monate andauernde Streik indigener Gruppen im peruanischen Amazonasgebiet ein blutiges Ende. Dutzende Indigene und Polizisten starben nahe der Stadt Bagua im Kugelhagel. Damit richtete sich der Blick der internationalen Öffentlichkeit auf einen Konflikt, der in Peru schon lange schwelt.

Entzündet hatten sich die Proteste an einer Reihe von Gesetzen zur Rohstofferschliessung im Amazonasgebiet, die 2008 beschlossen worden waren. Sie sahen die Parzellierung großer Teile des Amazonasgebietes zur Förderung von Öl, Gas und Holz und damit die Privatisierung des Regenwaldes vor. Zwar wurden nach den Unruhen die umstrittenen Gesetze zurückgezogen und ein Teil der Regierung ausgewechselt. Doch die Politik der ungebremsten Rohstoffausbeutung ist für Präsident Alan Garcia weiterhin Chefsache: „Der Amazonas gehört allen Peruanern und nicht nur einer kleinen Gruppe, die dort lebt“.

Die vom Präsidenten als „Gruppe“ bezeichneten Indigenen fordern jedoch nicht ein Ende des Rohstoffabbaus. Indigene und andere soziale Organisationen fordern vor allem ein Mitspracherecht indigener Gruppen bei Projekten zur Rohstoffausbeutung und die Einhaltung des internationalen Übereinkommens über indigene Rechte, das von der peruanischen Regierung ratifiziert worden ist.

Nun haben sich indigene Gruppen aus den Anden und dem Amazonasgebiet ausgetauscht, um zukünftig koordinierter handeln zu können. Doch neuer Ärger droht: Die Verhandlungen über einen Freihandelsvertrag zwischen Peru und der EU stehen kurz vor dem Abschluss.

CC BY-SA 4.0 Keine Entwarnung: Der ungebremste Export von Rohstoffen bleibt für Peru Devise Nummer eins von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Argentinien: Aktivierung der Streitkräfte im Inneren (Buenos Aires, 23. Juli 2018, lavaca/poonal).- Der Präsident Mauricio Macri bestätigte am 23. Juli auf der Militärbasis Campo de Mayo den offiziellen Plan, das Militär auch bei Aufgaben der inneren Sicherheit einzusetzen. Die Ankündigung alarmierte Menschenrechts-organisationen und sorgte für Ablehnung auf Seiten der Opposition. „Es erinnert mich an die schlimmsten Zeiten, die wir in Argentinien erlebt haben: Wenn sie beginnen die Streitkräfte zu aktivieren, heißt das, dass s...
Fotoreportage: „Die Niemande“ aus La Guajira, Kolumbien (Bogotá, 26. Juli 2018, Colombia Informa/desinformémonos/poonal).- Die Halbinsel Guajira liegt auf der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela und wird von der größten indigenen Gruppe Kolumbiens, den Wayúu bewohnt. Die Landschaft ist sehr trocken, Trinkwasser ist auf der Guajira knapp und es herrschen starke Winde. Das einzige Wasser in der Region, kam -bis zur Fertigstellung des Staudamms Cercado im Jahr 2010- von dem Fluss Ranchería. Seit diese Wasserversorgung gekappt ist...
Dem Amazonasgebiet droht die teilweise Versteppung (São Leopoldo, 13. Juli 2018, ihu-unisinos).- Einer Studie zufolge könnten Teile des Amazonasgebietes infolge der Abholzung versteppen. In einigen Regionen sei der Prozess schon fast unumkehrbar. Wer einen konkreten Brand gelegt hat, lässt sich kaum ermitteln, wann und wo der Brand endet, weiß niemand. Der beißende Rauch kann eine Fernstraße so einhüllen, dass ein Motorradfahrer seine Fahrt abbrechen muss. Ist es dann einmal gelungen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, ble...
Tausende Demonstrant*innen gegen die Regierung Macri (Montevideo, 10. Juli 2018, la diaria).- „Die Heimat kapituliert nicht“. Mit dieser Parole organisierten Oppositionsgruppen und Anhänger*innen des Kirchnerismus am 9. Juli eine Demonstration in Buenos Aires gegen die Wirtschaftspolitik von Mauricio Macri. Insbesondere kritisierten sie seine Entscheidung, einen Kredit beim IWF zu beantragen. Die Blöcke der Demonstration starteten von unterschiedlichen Ausgangspunkten und trafen im Viertel Palermo aufeinander. Für die Abschluss...
Argentinien: Der IWF und die Folgen – Teil 2 (Buenos Aires, Juni 2018, lavaca MU/poonal).- Die Verschuldeten - Der Dollar-Kredit zeigt im Großen was auf allen anderen Ebenen auch passiert: Das Land verschuldet sich, die Banken verschulden sich, die Unternehmen verschulden sich, die Bevölkerung verschuldet sich. Eine Studie, die Ende 2017 veröffentlicht wurde, gibt an, dass jeder Dritte im Jahr 2017 Schulden gemacht hat. Die Hälfte davon benötigte das Geld, um alltägliche Ausgaben und öffentliche Dienstleistungen bezahle...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.