Argentinien Brasilien Paraguay

Internationaler Tag der Aktion gegen Grossstaudämme


Es ist noch nicht lange her, da wurden Wasserkraftwerke als saubere und billige Stromerzeugungsprojekte gepriesen. Sie verbrauchen keine Naturressourcen, lösen die Energieprobleme der Länder, die kein Erdöl oder keine Kohle haben, verschmutzen weder Luft noch Wasser und Boden. Nach der ersten Euphorie traten jedoch zunehmend die ökologischen Schäden der Staudammprojekte und die durch sie verursachten sozialen Probleme für die Bewohner der Flussgebiete ins Blickfeld. Heute werden große Staudämme fast ausschließlich in Ländern der sogenannten Dritten Welt gebaut; finanziert werden sie meist von internationalen Geldgebern. Während die Regierungen der Länder des Südens die Projekte weiterhin als Prestigeobjekte und willkommene Finanzspritzen betrachten, wächst der Widerstand in der Bevölkerung.

Ein gutes Beispiel für diese Kontroverse zwischen privaten, ökologischen und sozialen Interessen ist der Staudamm in Yacyretá am Fluss Paraná in Paraguay. Das Projekt hat während seines neunjährigen Bestehens immense ökologische Schäden verursacht und 40.000 Menschen zur Umsiedlung gezwungen. Nun soll noch ein weiteres Stauwerk auf argentinischer Seite in Corpus Christi gebaut werden und der Wasserspiegel von Yacyretá um weitere sieben Meter angehoben werden.

CC BY-SA 4.0 Internationaler Tag der Aktion gegen Grossstaudämme von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Chile legt gegen den Trend Staudammprojekte zu den Akten Von Paula Leighton, SciDevNet (Lima, 13. Februar 2018, servindi).- Dutzende von Staudämmen zerstückeln sechs der acht wichtigsten Flüsse im andin-amazonischen Raum. Einer Studie zufolge sind 142 Staudämme bereits in Betrieb oder in Bau. 160 weitere befinden sich im Planungsstadium. Gegen diesen Trend wurden in Chile in jüngster Zeit sieben Staudammprojekte zu den Akten gelegt, da sie sich - offiziell - nicht rechneten. Staudämme zur Gewinnung von Energie aus Wasserk...
„Uns bringt das Erdöl gar nichts!“ Von Darius Ossami (Berlin, 25. Dezember 2017, npl). Der Staat, private Unternehmen und internationale Konzerne - sie alle fördern seit Jahrzehnten Erdöl im peruanischen Amazonasgebiet. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Umweltverschmutzungen und zu Konflikten mit den dort lebenden Indigenen. Für viele der Ölaustritte ist eine Pipeline verantwortlich, die von den Ölfeldern im Amazonasgebiet bis zu den Häfen an der Küste führt. Die Pipeline "Oleoducto Norperuano" ge...
„Uns bringt das Erdöl gar nichts!“ Der Staat, private Unternehmen und internationale Konzerne - sie alle fördern seit Jahrzehnten Erdöl im peruanischen Amazonasgebiet. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Umweltverschmutzungen und zu Konflikten mit den dort lebenden Indigenen. Für viele der Ölaustritte ist eine Pipeline verantwortlich, die von den Ölfeldern im Amazonasgebiet bis zu den Häfen an der Küste führt. Die Pipeline "Oleoducto Norperuano" gehört der staatlichen Erdölgesellschaft Petroperú. Die Pipel...
onda-info 427 Pünktlich zum Weltradiotag beglücken wir Euch mit einem neuen Nachrichten und Beiträgen aus Lateinamerika. In Costa Rica hat es bei den Präsidentschaftswahlen ein evangelikaler Prediger mit homophoben Parolen in die Stichwahl geschafft. In Brasilien geht der Ausbau des schnellen Internets voran! Aber um auch hintersten Winkel des Regenwaldes zu vernetzen, braucht es viele Tausend Kilometer Glasfaserkabel, unzählige Funk-Antennen – und das nötige Kleingeld. Und natürlich gute ...
US-Außenminister setzt auf Militärputsch in Venezuela (Washington, 5. Februar 2018, democracy now).- Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela steigen an. Während seiner Reise durch fünf südamerikanische Staaten hat US-Außenminister Rex Tillerson erklärt, sein Land erwäge weitere Sanktionen und möglicherweise ein Ölembargo gegen das ölreiche Venezuela. Zudem ließ er Anfang Februar verlauten, dass die USA die venezolanische Armee auf die Unterstützung der USA zählen könne, sollte diese die Regierung von Nicolás Maduro stürzen...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.