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Indianische Landrechte in Lateinamerika


Seit etwa fünfzehn Jahren entstehen in den verschiedensten lateinamerikanischen Ländern wachsende Protestbewegungen der indianischen Ureinwohner des Kontinents. Zehn Prozent aller Bürgerinnen und Bürger Lateinamerikas sind indianischer Abstammung. In manchen Regionen wie Südmexiko, Mittelamerika und der Andenregion machen sie jedoch bis zu 70 Prozent der Bevölkerung aus. Der Sicherheitsrat der Central Intelligence Agency, des berühmt-berüchtigten Geheimdienstes der Vereinigten Staaten von Amerika, sieht in ihnen eine neue Bedrohung für die Interessen der USA: Der National Security Council konstatiert in seinem dieses Jahr veröffentlichten Grundsatzpapier „Globale Tendenzen 2015“, diese Bewegungen hätten großen Zuwachs zu verzeichnen. Erleichtert werde dies durch transnationale Netzwerke von Aktivisten, die für die Rechte der Indigenas einträten, und durch internationale, gut finanzierte Menschenrechts- und Ökologiegruppen. […] Die Spannungen im Gebiet von Mexiko bis über die Amazonas-Region würden sich verschärfen. Ob diese Einschätzung zutreffen wird, hängt vor allem von der Politik der jeweiligen Staatsregierungen gegenüber den indígenas ab. Der folgende Beitrag von Adriana Marroquín und Miriam Lang beleuchtet die Hintergründe des Kampfs der indianischen Ureinwohner an zwei Länderbeispielen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Venezuela und Mexiko.

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