Guatemala

Fairer Kaffeehandel, mehr als nur eine Nische? – Mächtige Interessengruppen im Norden und im Süden verhindern einen faireren Welthandel


Kaffee war und ist eines der wichtigsten Exportgüter Guatemalas. Für Guatemalas Oberschicht, die fast den gesamten Landbesitz kontrolliert, war Kaffee im späten 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert eine wahre Goldgrube. Und zwar eine, die rücksichtslos ausgebeutet wurde. Zunächst wurden die Kleinbauern im Kaffeegürtel vertrieben, dann gab es sogar Gesetze, die ZUM WOHL DER NATION, Menschen zum Arbeitsdienst auf den Kaffeeplantagen verpflichtete. Ausgebeutet wird auf den Besitztümern der Kaffeebarone immer noch.

Über Niedrigstlöhne und das de facto Verbot gewerkschaftlicher Betätigung. Aber es gibt auch andere Kaffeebauern und es gibt Möglichkeiten fairen Kaffee zu trinken. Huehuetenango ist ein Departement an der Grenze zu Mexiko. Von der gleichnamigen Provinzhauptstadt gräbt sich die Panamericana durch immer tiefer werdende Schluchten Richtung La Mesilla, zur Grenze. Hier im Tal, und an den Berghängen, säumen Kaffeefelder den Weg. Keine Großplantagen, wie an den Küstenhängen, sondern kleine Fincas bestimmen das Bild. Kaffeefincas, die sich hier in Kooperativen zusammengeschlossen haben. Wir besuchen zwei davon, eine in La Democracia kurz vor der Grenze und eine in La Libertad, ein paar Kilometer vorher, oberhalb der Hauptstraße gelegen. Im Beitrag geht es um die Vorzüge von FairTrade, der den Bauern über Jahre einen Mindestpreis und damit Planungssicherheit garantiert. Es geht um die Schwierigkeiten, organischen Kaffe zu produzieren. Aber auch darum, das auch trotz FairTrade die Bauern in La Libertad und La Democracia wegen stark gestiegener Produktionskosten Einkommenseinbußen hinnehmen mussten. Der Beitrag zeigt, dass der deutsche Finanzminister immer noch am meisten an einem in Deutschland verkauften Pfund Kaffee verdient, geht der Frage nach, warum die guatemaltekischen Kaffeekooperativen nicht selbst gerösteten Kaffee nach Europa exportieren, erwähnt, dass mit dem Drogenhandel ein neuer Abnehmer auf den Plan getreten ist und wirft einen kritischen Blick auf die deutschen Kaffeeröster und die guatemaltekische Kaffeeoligarchie…

CC BY-SA 4.0 Fairer Kaffeehandel, mehr als nur eine Nische? – Mächtige Interessengruppen im Norden und im Süden verhindern einen faireren Welthandel von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Keine Beweise im neuen Urteil gegen Ex-Präsident Lula
58
(Brasilia, 7. Februar 2019, brasil de fato/poonal).- Der ehemalige brasilianische Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva ist erneut verurteilt worden. In dem als „sítio de Atibaia“ bekannten Prozess, der Teil des Korruptionsfalls „Lava Jato“ (Autowaschanlage) ist, wurde Lula am 6. Februar zu zwölf Jahren und elf Monaten Haft wegen Korruption und Geldwäsche verurteilt. Seit dem 7. April 2018 sitzt Lula bereits eine erste Strafe von zwölf Jahren und einem Monat im Gefängnis in C...
Haiti ruft wirtschaftlichen Notstand aus
260
(Caracas, 6. Februar 2019, telesur/poonal).- Der Präsident Haitis, Jovenel Moise, hat am 6. Februar den wirtschaftlichen Notstand Haitis ausgerufen. Die Regierung kündigte an, steuerliche Befreiungen und Zollbefreiungen bis zum 30. September aufzuheben. Nicht davon betroffen seien diplomatische, konsularische oder humanitäre Einsätze. Die Notstandsmaßnahmen sehen außerdem vor, die Preise von Produkten des täglichen Bedarfs zu senken, um die privaten Haushalte zu entlasten. Zu...
Weitere Großdemonstration gegen Korruption
75
(Lima, 25. Januar 2019, pressenza).- Am Mittwoch, 23. Januar 2019, wurde in der peruanischen Hauptstadt Lima auf der Plaza San Martín ab sechs Uhr abends abermals zum Kampf aufgerufen. Und das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, denn Peru ist auf den Beinen, um gegen Korruption zu kämpfen. Hunderte Menschen aller Schichten und sozialer Gruppen, Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, politische Parteien und normale Bürger*innen fanden sich zusammen, um auf friedl...
Brücken bauen statt Mauern: Das Recycling-Orchester aus Paraguay
81
Cateura ist die größte Mülldeponie Paraguays und liegt am Rand der Hauptstadt Asunción. Hier gibt es ein ganz besonderes Projekt: Das Recycling-Orchester "Orquesta de reciclados de Cateura”. Es ist ein Kinder- und Jugendorchester, dessen Mitglieder auf Instrumenten spielen, die aus im Müll gefundenen Materialien hergestellt wurden. Jetzt ist das "Orquesta de reciclados de Cateura" zum ersten Mal in Deutschland aufgetreten. Nach ihrem Auftritt am 16. Januar in Berlin haben ...
Brasilien: Verbindung zwischen Sohn des Präsidenten und Mordfall Marielle Franco
145
(Rio de Janeiro, 23. Januar 2019, amerika21).- Der Sohn von Präsident Jair Bolsonaro, der jüngst gewählte Senator Flávio Bolsonaro, hat bis vor kurzem offenbar engste Familienangehörige eines der Hauptverdächtigen im Mordfall Marielle Franco beschäftigt. Als Abgeordneter von Rio de Janeiro soll er bis Mitte November 2018 die Ehefrau und Mutter eines in den Mordfall involvierten Auftragsmörders beschäftigt haben. Bei ihm handelt es sich um den Ex-Polizisten Adriano Magalhães d...