Ecuador

Ecuador – das Öl bleibt im Boden


Ein eigenwilliger Vorschlag aus Ecuador könnte beim Klimagipfel in Kopenhagen für frischen Wind sorgen.

Nur noch wenige Wochen, dann treffen sich die Staats- und Regierungschefs zahlreicher Nationen zum Klimagipfel in Kopenhagen. Bisher deutet jedoch wenig darauf hin, dass die Industriestaaten tatsächlich ernsthafte Maßnahmen ergreifen werden, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu vermindern. Dabei sind sie es, die den größten Teil der CO2-Emissionen verursachen. Die Europäische Union hat im Vorfeld des Treffens bereits klargemacht, dass sie nur zu sehr geringen Zahlungen an die Entwicklungsländer bereit ist, und auch US-Präsident Barack Obama belässt es bislang bei schönen Worten.
Ein kleiner, aber dafür geradezu radikaler Vorschlag kommt dagegen aus dem globalen Süden. Die Regierung Ecuadors will einen Teil seines Erdöls einfach im Boden lassen. Die Konsequenz: der Regenwald würde geschont, der Weltbevölkerung würden Millionen von Tonnen Kohlendioxid erspart bleiben. Ganz umsonst sollen die Industriestaaten natürlich nicht davon kommen. Dennoch ist die Idee bei einigen Staaten auf Zustimmung gestoßen. Nun soll der Kopenhagener Klimagipfel dem Vorschlag zum Durchbruch verhelfen.

Ein Beitrag von Kristin Gebhardt und Wolf-Dieter Vogel

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