Bericht zum Mord an der Umweltverteidigerin Berta Cáceres und der Rolle internationaler Entwicklungsbanken
mit Bertha Zúniga und Camilo Bermúdez (COPINH) sowie einem Filmausschnitt aus „Water for Life“ und einem Videobeitrag der Menschenrechtsanwältin Roxanna Altholz (GIEI Honduras)
Versammlungsraum des Mehringhofs (Gneisenaustr. 2A, 10961 Berlin)
Berta Cáceres war eine international bekannte indigene Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin. Als Leiterin des Zivilen Rates der Indigenen und Basisorganisationen von Honduras (Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras – COPINH) war sie das Gesicht des Widerstandes der Lenca-Gemeinden von Río Blanco gegen das Wasserkraftwerk „Agua Zarca“. In der Nacht vom 2. auf den 3. März 2016 erschoss ein Killerkommando Berta in ihrem Haus. Vier Auftragsmörder und einige Mittelsmänner wurden drei Jahre später zu Haftstrafen verurteilt. Die Auftraggeber*innen blieben lange im Dunkeln. Anfang 2026 – fast 10 Jahre nach dem Mord – präsentierte die Interdisziplinäre Gruppe unabhängiger internationaler Expert*innen (GIEI Honduras) einen 500-seitigen Bericht zu den Hintergründen.
Sie legten Beweise für ein Mordkomplott vor, das Mitglieder der honduranischen Unternehmerfamilie Atala in Auftrag gaben. Staatliche Stellen wussten vorab davon, unternahmen aber nichts. Finanziell möglich wurde das Verbrechen durch Kredite von Entwicklungsbanken, wie der Zentralamerikanischen Bank für Wirtschaftsintegration (CABEI) und der niederländischen halbstaatlichen Entwicklungsbank FMO, die für Bestechung, illegalen Landkauf, Überwachung bis hin zur Bezahlung des Killerkommandos genutzt wurden.
Der Mord an Berta Cáceres war kein Einzelfall – er steht vielmehr beispielhaft für ein sich weltweit wiederholendes Muster und eine Vielzahl von Angriffen auf Menschenrechtsverteidiger:innen, indigene und kleinbäuerliche Gemeinden, die ihre Territorien, ihre Kultur und ihr selbstbestimmtes Leben verteidigen.
Über die aktuell eskalierende Situation in Honduras, die Kämpfe sozialer Bewegungen, die Details des GIEI-Berichtes, die Rolle der Entwicklungsbanken und die Konsequenzen daraus diskutieren mit uns:
Bertha Zúniga Cáceres, Koordinatorin des COPINH und Tochter der ermordeten Umweltverteidigerin Berta Cáceres. Sie setzt sich unermüdlich für die Aufklärung des Mordes an ihrer Mutter und die Verurteilung der Auftraggeber*innen und Financiers ein. Sie engagiert sich zudem für die Rechte der indigenen Lenca-Gemeinschaft und unterstützt in ihrer Funktion den Aufbau von Community-Radiosendern und anderen Projekten im Zusammenhang mit dem Zugang zu Bildung und Gesundheit für Lenca-Gemeinschaften.
Camilo Bermúdez, Mitglied der Leitung des COPINH und dort zuständig für strategische Prozessführung, insbesondere im Zusammenhang mit dem Mord an Berta Cáceres. COPINH hat Anzeigen gegen große internationale Finanzinstitute vorangetrieben, die mit extraktivistischen Projekten in Verbindung stehen, z.B. im Fall des Wasserkraftwerks Agua Zarca.
Mit einem Ausschnitt aus dem Film „Water for Life“ über Berta Cáceres und einen Videobeitrag von Roxanna Altholz, Mitglied der GIEI, Menschenrechtsanwältin und Direktorin der Law Clinic der Berkeley School of Law, Kalifornien (USA)
Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es kühle Getränke und Arepas gegen Spende.
Eine Veranstaltung von pbi Deutschland, Ökubüro, FDCL und Runder Tisch Zentralamerika in Kooperation mit dem Dachverband Kritische Aktionär*innen, CADEHO und HondurasDelegatio
Paneldiskussion: Die politische Ökonomie der Gewalt von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
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