Im Fokus: Menschenrechte 2011


Palmenplantage / craig, wikipedia
Guatemala Honduras Mittelamerika Nicaragua
Menschenrechte 2011

Agrokraftstoffe verschärfen soziale Krise Mittelamerikas

von OFRANEH* (Lima, 09. Oktober 2011, servindi/poonal).- Die rasche Ausbreitung des Anbaus von afrikanischen Ölpalmen, Zuckerrohr, Jatropha und anderen Ölfrüchten in Mittelamerika beschwört gleichzeitig eine bevorstehende soziale Explosion herauf. Deren Ursache liegt in den vielen gewaltsamen Räumungen in Mittelamerika.   […]


Polizei in Honduras in Aktion (Archiv, Juni-2011) Foto: Felipe Canova, flickr
Honduras
Menschenrechte 2011

Armee übernimmt Polizeiaufgaben

(Buenos Aires, 05. Dezember 2011, púlsar/poonal).- Das honduranische Parlament hat einstimmig einer Gesetzesinterpretation zugestimmt, nach dem die Armee künftig im Falle eines Ausnahmezustandes für die öffentliche Sicherheit auch innerhalb des Landes agieren darf. Der Vorschlag war von Präsident Porfirio Lobo am vergangenen 16. November eingebracht worden.   […]


Foto: Archiv
Kuba
Menschenrechte 2011

Sexuelle Vielfalt: Ein Stigma wird aufgebrochen

(Lima, 31. August 2011, semlac).- Jeden letzten Freitag im Monat nimmt Luisa Cárdenas ihre Töchter und Nichten an die Hand und geht mit ihnen ins Nationale Zentrum für Sexualerziehung Cenesex (Centro Nacional de Educación Sexual). Dort, im Hof des Zentrums in der kubanischen Hauptstadt, tritt seit fast einem Jahr die Gruppe „Diferente” auf, die aus Travestis, Cross-Dressern, Trans-Gender und Transsexuellen besteht. […]


Bharrat Jagdeo. Foto: Telesur
Guyana
Menschenrechte 2011

Opposition spricht von Wahlbetrug

(Venezuela, 29. November 2011, telesur).- 475.000 Guyaner*innen waren am Montag den 28. November aufgerufen, eine neue Nationalversammlung und einen neuen Premierminister zu wählen. Sie hatten die Wahl zwischen der bisher regierenden Fortschrittspartei des Volkes PPPC (Partido Progresista del Pueblo Cívico), der oppositionellen Koalition Vereinigung der Nationalen Einheit APNU (Asociación para la Unidad Nacional) und der kleineren Allianz für den Wechsel AFC (Alianza para el Cambio). […]


Kleinbauernorganisation Mocase protestiert gegen Rechtlosigkeit / agencia pulsar
Argentinien
Menschenrechte 2011

Kleinbauer in Landkonflikt von Auftragskillern ermordet

(Buenos Aires, 23. November 2011, púlsar/poonal).- Am 16. November wurde der Kleinbauer Cristian Ferreyra in der Gemeinde San Antonio, in der nordargentinischen Provinz Santiago del Estero, ermordet. Wie die Kleinbauern- und Landarbeiterorganisation MOCASE-VC berichtet, sei der Mord von Auftragskillern eines Gutsbesitzers verübt worden. In einer Stellungnahme erklärte die LandarbeiterInnen-Bewegung der Provinz Santiago del Estero – Vía Campesina MOCASE-VC, die Mörder des jungen Mannes handelten im Auftrag des Agrarunternehmers Jorge Cicciolo. […]


Präsident Martelly:
Haiti
Menschenrechte 2011

Haiti: Neue Regierung – neue Ära?

von Wooldy Edson Louidor*, Bogota (Quito, 26. Oktober 2011, alai).- Seitdem der haitianische Premierminister Garry Conille am vergangenen 18. Oktober sein Amt angetreten hat, spricht man auf Haiti von einer “neuen Ära“. Nach fünf langen Monaten der Amtseinsetzung als Präsident ist es Michel Martelly schließlich gelungen, eine Regierung zu bilden und von beiden Parlamentskammern die Zustimmung für den von ihm vorgeschlagenen Premier zu bekommen. Zuvor waren zwei für dieses Amt nominierte Kandidaten von der Legislative abgelehnt worden. […]


Foto: Rocio Zarrate / Flickr
Paraguay
Menschenrechte 2011

Nächste Etappe: Interview mit dem stellv. paraguayischen Innenminister Sostoa

von Andrea Martínez (Montevideo, 26. Oktober 2011, la diaria).- Um weiter regieren zu können, wird die paraguayische Regierung für die kommenden Wahlen gezwungen sein, sich mehr “auf das Programm und die Abkommen innerhalb der Koalition” zu konzentrieren, als auf den Präsidentschaftskandidaten. Das sagte der Vize-Innenminister Paraguays Osmar Sostoa der Zeitung „la diaria“ während seines Besuchs in Montevideo anlässlich der Tagung “20 Jahre Mercosur: Menschenrechte im Integrationsprozess”. […]


Friedhof im Quiché / bezineb5, flickr
Guatemala
Menschenrechte 2011

Warum Otto gewonnen hat?

von Víctor Alejandro Mojica Páez, Otramérica – otramerica.com (Fortaleza, 10. November 2011, adital).- Man hatte mich schon gewarnt. „Die Region Quiché ist wie ein schlechter Scherz.“ Das sagte ein Gemeindevorsteher aus San Martín de Jilotepeque zu mir, einer, der sein Land so gut wie seine Westentasche kennenlernte, bevor er in dieses Dorf kam ‒ in dem während des Bürgerkrieges von 1960 bis 1996 einige der schlimmsten Massaker verübt wurden. Es ist eines der ärmsten Dörfer des Landes. […]


Sie werden durch das Moratorium gestärkt: Kleinbäuerliche ProduzentInnen / still-searching, flickr
Peru
Menschenrechte 2011

Parlament beschließt Gentechnik-Moratorium für 10 Jahre

(Lima, 4. November 2011, servindi/poonal).- Das peruanische Parlament hat am 3. November ein zehnjähriges Moratorium verabschiedet, das Einfuhr und Produktion von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in Peru verbietet. Bei der Abstimmung votierten 98 Abgeordnete für die Regelung, es gab drei Enthaltungen und keine Gegenstimmen.   […]


Präsident Correa spricht am 4. August in Chone über das Projekt / Presidencia de la Repblica Ecuador, flickr
Ecuador
Menschenrechte 2011

Projekt Múltiple Chone: Militarisierung und gewaltsame Räumung von Protestcamp

von Camila Queiroz (Fortaleza, 18. Oktober 2011, adital/poonal).- Am frühen Morgen des 18. Oktober wurden die seit Juni dieses Jahres im „Camp des Widerstands zur Verteidigung des Río Grande“ versammelten Familien von rund 500 Polizisten und Soldaten einer Spezialeinheit gewaltsam vertrieben. Das Camp befand sich in der Stadt Chone in der ecuadorianischen Küstenprovinz Manabí. Die Familien kämpften gegen die Umsetzung des Projektes “Propósito Múltiple Chone”, von dem 24 Gemeinden betroffen sind, in denen mehr als 2.000 Familien leben. Das Projekt sieht den Bau eines Staudammes und eines Kanals vor. […]


Agrargifte Setsuo-Tahara, CC BY-NC-ND 2.0, flickr
Mexiko
Menschenrechte 2011

Tödliche Pestizide

von Alfredo Acedo* (Quito, 14. Oktober 2011, alai).- Der grün und ockerfarben gemusterte Teppich des Valle del Yaqui ist zwar schön anzusehen, er verbirgt jedoch eine Tragödie, die sich in dieser Region abspielt. Unter dem kapitalistischen Landwirtschaftsmodell wurden hier über 50 Jahre intensiv Pflanzenschutzmittel eingesetzt, wodurch Wasser, Böden und Luft verschmutzt und die Region damit praktisch zerstört wurde. Doch nicht nur die Natur trägt die verheerenden Konsequenzen. Die unverantwortlichen Praktiken haben auch Menschenleben gefordert. […]


Menschenrechtsministerin Maria do Rosario Nunes / Agencia Brasil, Wikipedia
Brasilien
Menschenrechte 2011

Alles zu seiner Zeit

von Andrea Martínez (Montevideo, 27. Oktober 2011, la diaria) Das Projekt einer Wahrheitskommission sei gut, denn es greife Bedürfnisse aus der Gesellschaft auf und von daher sollte seine Verabschiedung sich nicht weiter verzögern, sagt die brasilianische Ministerin für Menschenrechte, Maria do Rosário Nunes. Sie hielt sich anlässlich der Veranstaltung „20 Jahre Mercosur: Die Menschenrechte im Prozess der Integration“ in Montevideo auf.   […]


Demo gegen die uruguayische Diktatur in Stockholm in den 80er Jahren /latejapride, flickr
Uruguay
Menschenrechte 2011

Kein Grund zum Feiern

von Marcelo Jelen (Montevideo, 27. Oktober 2011, la diaria).- Es gab weder Feierlichkeiten, noch Kundgebungen, noch sonst etwas. Nur wage schall der Chor des „nie wieder“ aus den Reihen des Regierungspalasts. Ja, es stimmt: Die 47. Legislaturperiode hat das Gleichgewicht der Gewalten wieder hergestellt. Dabei behob sie den ungeheuren Fehler, den die Legislaturperiode 42 begangen hatte. Während 9.075 Tagen und Nächten – fast 25 Jahren – herrschte Straflosigkeit. Und somit Ungerechtigkeit. Herbeigeführt durch das schrecklichste Gesetz der Geschichte Uruguays. […]


Brasilien Diktaturverbrechen Proteste-vor-dem-Obersten-Gerichtshof. Foto: Flickr/marcel-Maia
Brasilien
Menschenrechte 2011

Unter Beibehaltung der Amnestie

von Andrea Martínez (Montevideo, 28. Oktober 2010, la diaria).- Der brasilianische Senat hat grünes Licht für eine Wahrheitskommission gegeben. Jetzt fehlt nur noch die Unterschrift von Dilma Rousseff. Es ist die erste staatliche Initiative, die ans Licht bringen soll, was während der Diktatur von 1964 bis 1985 geschehen ist und welche Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurden. Doch viele Menschenrechtsverteidiger*innen und Angehörige von Opfern sind der Ansicht, dass die Bildung dieser Wahrheitskommission kaum bedeutsame Resultate zu Tage befördern und damit allerdings die Tür zu anderen derartigen Initiativen zugeschlagen wird. […]


Proteste von Diktaturopfern / laradiodelsur
Uruguay
Menschenrechte 2011

Verjährung von Diktaturverbrechen in letzter Minute abgewendet

(Buenos Aires, 26. Oktober 2011, púlsar/la diaria/prensa latina).- Senat und Kongress haben in der vergangen Woche eine Vorlage des Bündnisses Breite Front (Frente Amplio) zur juristischen Aufarbeitung von Diktaturverbrechen gebilligt. Präsident Mujica stimmte dem Gesetz am 28. Oktober zu, damit ist die neue Regelung rechtskräftig.   […]


Überschwemmungen 2011 /radio.maiz.blogspot.com
El Salvador
Menschenrechte 2011

Miradas – Regen, Armut und Hoffnung

von Carlos Ayala Ramírez* (Quito, 25. Oktober 2011, alai/poonal).- Im Zusammenhang mit dem landesweiten Notstand aufgrund der schweren und andauernden Regenfälle in El Salvador forderte Weihbischof Gregorio Rosa Chávez dazu auf, das Land aus drei verschiedenen Perspektiven zu betrachten: Zum einen solle ein Blick auf die Realität der unmenschlichen Armut geworfen werden, zum zweiten müsse man einen Blick auf die Antwort werfen, die das Land auf den Notstand gibt, und zum Dritten empfahl er einen Blick auf die dreifache Verwundbarkeit, welche die Gesellschaft El Salvadors kennzeichnet, wirtschaftlich, sozial und ökologisch. […]