Deutschland Kolumbien
Fokus: SDGs

„Wenn nur die Kohle zählt“ – Der Tagebau El Cerrejón im Norden Kolumbiens 1

Die deutsche Kohlekommission beschloss am 24. Januar 2018 mit dem sogenannten Kohlekompromiss den Ausstieg aus der Kohleproduktion bis zum Jahr 2038, also in knapp zwanzig Jahren. In Kolumbien ist das Ende bisher noch weniger in Sicht: Mit 69.000 Hektar, einer Fläche so groß wir fast hundert Fussballfelder, ist El Cerrejón im Norden Kolumbiens der größte Steinkohletagebau Lateinamerikas und einer der größten weltweit. Die Lebensgrundlage für die Menschen, die hier weiterhin wohnen, ist nach 30 Jahren Förderung weitgehend zerstört. Besonders hart betroffenen sind die indigenen Gemeinden der Wayuú. […]


Paraguay
Fokus: SDGs

Brücken bauen statt Mauern – das Recycling-Orchester von Cateura

Im Otto-Braun-Saal des Ibero-Amerikanischen Instituts in Berlin steht am Abend des 16. Januar 2019 ein Orchesterkonzert auf dem Programm. Fast alle Plätze sind belegt; sogar „su Excelencia“, der Botschafter von Paraguay ist mit seiner Frau gekommen. Auf dem Programm: Das „Orquesta de reciclados de Cateura“, ein Kinder- und Jugendorchester aus Cateura, der größten Mülldeponie Paraguays am Rande der Hauptstadt Asunción. Alle Instrumente des 20-köpfigen Orchesters wurden aus Schrott und recycelten Materialien hergestellt. […]


Nicaragua

Ernesto Cardenal im Krankenhaus

Der 94-jährige Priester und Poet aus Nicaragua, Ernesto Cardenal, befindet sich seit Montag, 4. Februar, aufgrund einer Infektion im Krankenhaus. Sein Gesundheitszustand sei jedoch stabil, berichtete die Poetin Luz Marina Acosta, Cardenals langjährige Assistentin, der französischen Nachrichtenagentur AFP. Die Ärzte diagnstozierten Gallenblasensteine. Da eine Operation in Cardenals hohem Alter zu risikoreich sei, werde Cardenal mit Antibiotika behandelt. Die Schriftstellerin und politische Aktivistin Gioconda Belli zeigte sich über den Zustand Cardenals auf ihrem Twitteraccount besorgt. […]


Mittelamerika
Fokus: SDGs

Indigene schützen fast die Hälfte des Waldbestandes in Mittelamerika

In Mittelamerika kümmern sich indigene Gemeinschaften um 48 Prozent der Waldfläche. Dies zeigt eine Karte, die die Nichtregierungsorganisation Unión Internacional para la Conservación de la Naturaleza (UICN) bereits 2016 erstellt hat. Die UICN setzt sich für Natur- und Artenschutz sowie für eine nachhaltige, schonende Nutzung von Ressourcen ein. Ein weiterer Beleg dafür, dass Wälder bei Indigenen in den besten Händen sind. […]


Deutschland Kolumbien

Nach dem Friedenschluss: Menschenrechtslage für Aktivist*innen hat sich verschlechtert

Seit dem 24. November 2016 herrscht endlich Frieden in Kolumbien! Zumindest wird das der internationalen Öffentlichkeit so dargestellt, denn die kolumbianische Regierung und die größte kolumbianische Rebellenorganisation FARC haben an jenem Tag einen historischen Friedensvertrag unterschrieben. Tatsächlich ist seitdem die Zahl der bewaffneten Konflikte in dem Land zurückgegangen. Allerdings gilt das nicht für soziale Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen. Seit  […]


Mexiko

Garantiepreise und offener Markt

In Mexiko markieren die neuen Garantiepreise für Mais, Bohnen, Reis und Weichweizen einen Wendepunkt nach 30 Jahren neoliberaler Reformen im Landbau. Zwischen 1989 und 1994 wurden die Garantiepreise abgeschafft, um das Terrain für den Nordamerikanischen Freihandelsvertrag NAFTA zu bereiten. Die Landwirt*innen, die ihre Ernten der staatlichen Aufkaufeinrichtung Conasupo zu festen Preisen übergaben, sahen sich dieser Möglichkeit von einem Tag auf den anderen beraubt. Und sie fanden keine Käufer*innen für ihre Ackerbauprodukte mehr.  […]


Brasilien

Keine Beweise im neuen Urteil gegen Ex-Präsident Lula

Der ehemalige brasilianische Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva ist erneut verurteilt worden. In dem als „sítio de Atibaia“ bekannten Prozess, der Teil des Korruptionsfalls „Lava Jato“ (Autowaschanlage) ist, wurde Lula am 6. Februar zu zwölf Jahren und elf Monaten Haft wegen Korruption und Geldwäsche verurteilt. Seit dem 7. April 2018 sitzt Lula bereits eine erste Strafe von zwölf Jahren und einem Monat im Gefängnis in Curitiba im Bundesstaat Paraná ab. […]


Haiti

Haiti ruft wirtschaftlichen Notstand aus

Der Präsident Haitis, Jovenel Moise, hat am 6. Februar den wirtschaftlichen Notstand Haitis ausgerufen. Die Regierung kündigte an, steuerliche Befreiungen und Zollbefreiungen bis zum 30. September aufzuheben. Nicht davon betroffen seien diplomatische, konsularische oder humanitäre Einsätze. Die Notstandsmaßnahmen sehen außerdem vor, die Preise von Produkten des täglichen Bedarfs zu senken, um die privaten Haushalte zu entlasten. […]


Argentinien
Fokus: SDGs

#NiUnaMenos: Der argentinische Staat bleibt untätig

Im Jahr 2018 wurden in Argentinien mindestens 259 Morde an Frauen registriert, so die Beobachtungsstelle gegen Femizide Mulalá (Observatorio de Femicidios de Mujeres de la Matria Latinoamericana). Bedauerlicherweise scheint sich auch im neuen Jahr nichts zu ändern: Nach etwas mehr als 20 Tagen des Jahres 2019 ist die Zahl der Femizide auf bereits 15 gestiegen. Der machistischen Gewalt wird kein Einhalt geboten und die Verantwortlichen, die an dieser schrecklichen Situation etwas ändern könnten, hören uns nicht zu. […]


Brasilien

Bisher 134 Tote bei Dammbruch in Minas Gerais

Im südbrasilianischen Bundesstaat Minas Gerais brach am 25. Januar der Staudamm eines Rückhaltebeckens in Brumadinho, im Ballungsgebiet von Belo Horizonte. Der Damm gehörte zur Eisenerzmine „Córrego do Feijão“ des Bergbaukonzerns Vale. Mittlerweile geht man von 134 Toten und 199 Verschwundenen aus. 192 Menschen konnten gerettet werden; 108 waren gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Die Regierung des Bundesstaates hält die Bevölkerung aufgrund der Verschmutzung an, nicht in Kontakt mit dem Flusswasser zu kommen oder es zu trinken. Es wird empfohlen, 100 Meter Abstand zum Flussbett zu wahren. […]


Peru

Weitere Großdemonstration gegen Korruption

Am Mittwoch, 23. Januar 2019, wurde in der peruanischen Hauptstadt Lima auf der Plaza San Martín ab sechs Uhr abends abermals zum Kampf aufgerufen. Und das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, denn Peru ist auf den Beinen, um gegen Korruption zu kämpfen. […]


Mexiko

Schüsse auf Vertriebene in Chiapas

Nach Informationen des mexikanischen Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de las Casas wurde in der Gemeinde Coco des Bezirks Aldama im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas am Morgen des 22. Januar auf drei Personen geschossen. Die Personen befanden sich auf dem Weg von San Pedro Cotzilnam nach Xuxch‘en. Die Schüsse wurden aus dem Ort Santa Martha Manuel Utrilla im Bezirk Chenalhó abgefeuert. Eine Person starb, zwei Personen wurden verletzt. […]


Kolumbien

Rechtsberater der ELN: Friedensprozess droht zu scheitern

In Anbetracht der Krise, in der sich die Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerillaorganisation ELN (Ejército de Liberación Nacional) befinden, hat der Rechtsberater der Guerilla Carlos Alberto Ruiz Socha in einem Interview mit dem kolumbianischen Nachrichtenportal Zona Cero für eine Wiederaufnahme des Dialogs stark gemacht: „Nimmt man die Friedensverhandlungen nicht sofort wieder auf, sind sie verloren und die Situation in Kolumbien verschärft sich.“ […]


International Venezuela

Intellektuelle fordern ein Ende der Eskalation in Venezuela 1

Fast fünfhundert Intellektuelle sowie soziale und politische Organisationen haben eine internationale Erklärung veröffentlicht und unterzeichnet, in der sie ein Ende der Eskalation des politischen Konflikts in Venezuela fordern. Die Unterzeichner*innen wenden sich gegen eine drohende Intervention von außen und regen einen Dialog von und mit der venezolanischen Bevölkerung an. […]