Monatliche Archive: Juni 2017


Kolumbien
Fokus: Erinnerung und Gerechtigkeit / Memoria y Justicia

Wichtiger Schritt im Friedensprozess: FARC geben Waffen ab

Mit der Übergabe von etwa 7.000 Waffen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) an eine Sonderkommission der Vereinten Nationen ist am 27. Juni eine lange und gewaltsame Ära in Kolumbien zu Ende gegangen. Die Übergabe der [letzten] Waffen ist entscheidend für die Umsetzung des im November 2016 zwischen der kolumbianischen Regierung und den FARC geschlossene Friedensabkommen. Nach einem halben Jahrhundert langen Konflikt beginnt für die FARC-Kämpfer*innen das Ende des Lebens im Untergrund und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Es wird geschätzt, dass sich vor dem 27. Juni noch etwa 40 Prozent der Waffen in Händen der FARC befanden. […]


krimineller Polizist
Peru
Fokus: Erinnerung und Gerechtigkeit / Memoria y Justicia

Kriminelle Vereinigung mit hochrangigen Polizisten

Ein hoher Polizeioffizier und ein Funktionär der Wachleute der Gefängnisse – sie gehören zu den über 60 Personen, die am 27. Juni in Peru verhaftet worden sind. Sie sollen einer kriminellen Organisation angehören, der Enteignung von Ländereien, Schutzgelderpressung und Mord vorgeworfen wird, teilten die Behörden mit. Innenminister Carlos Basombrío bestätigte, dass sich unter den Festgenommenen 25 Polizist*innen befinden. An der groß angelegten Operation waren 1.200 Polizist*innen und 70 Staatsanwält*innen beteiligt; 40 Wohnräume und Ladengeschäfte wurden durchsucht. […]


Familien
Mexiko USA

Kurzes Wiedersehen für getrennte Familien

Angehörige von etwa 300 Familien, die durch die Abschiebungen aus den USA getrennt worden waren, konnten sich am 24. Juni für wenige Minuten wieder in die Arme schließen. Die Aktion „Umarmungen statt Mauern“ fand am Río Bravo in Höhe des Puente Negro statt und wurde von Aktivist*innen und Menschenrechtler*innen des Border Network for Human Rights organisiert. […]


Protestplakat
Mexiko
Fokus: Frauen und Queer / Mujeres y Queer

Fall Valeria: Rettungssystem für Vermisste ineffizient

Am 9. Juni wurde die erst elfjährige Valeria die in einem Kleinbus des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt Nezahualcóyotl im Bundesstaat Mexiko entführt, vergewaltigt und ermordet. Der 42-jährige mutmaßliche Täter wurde einen Tag später verhaftet. Die brutale Tat erregte großes Aufsehen. „Der Fall von Valeria zeigt einmal mehr die negativen Auswirkungen des behördlichen Vorgehens auf das Programm Alerta Amber. Es wird dadurch ineffizient und kommt verspätet zum Einsatz“, so der Vorwurf des Netzwerkes für Kinderrechte in Mexiko Redim (Red por los Derechos de la Infancia en Méxiko). Alerta Amber ist ein Rettungssystem mit dem Ziel, die Bevölkerung möglichst schnell zu einem aktuellen, lebensbedrohlichen Vermisstenfall zu unterrichten. […]


Protest Nafta
Kanada Mexiko USA

US-Regierung will NAFTA neu verhandeln

„Wir werden so schnell wie möglich ein gutes Abkommen haben, aber ohne künstliche Frist“. Das erklärte der Handelsbeauftragte des Weißen Hauses, Robert Lighthizer, am 21. Juni vor dem Finanzausschuss des US-Senates zu den von der Trump-Administration anvisierten Neuverhandlungen des Freihandelsvertrages NAFTA mit Kanada und Mexiko. Startschuss ist demnach der 16. August. Nach wie vor ist unklar, ob die Neuverhandlungen sich vor allem auf Handelsaspekte beschränken oder beispielsweise die Arbeits- und Umweltgesetzgebung der Mitgliedsstaaten einbeziehen werden, also die von Trump geforderte umfassende Neuhandlung bedeuten. Gleichzeitig bleibt die Drohung des US-Präsidenten im Raum stehen, den Vertrag notfalls einseitig aufzukündigen.  […]


Waffe
Mexiko

Immer mehr Morde

Seit Beginn der systematischen Erfassung der landesweiten Mordzahlen im Januar 1997 war kein Monat so gewalttätig in Mexiko wie der vergangene Mai. Die offiziellen Statistiken verzeichnen die Rekordzahl von 2.186 „vorsätzlichen Morden“. Nach anderen Erfassungen, die die Toten bei „gewalttätigen Ereignissen“ registrieren, lautet die Ziffer auf 2.452 Tote im Mai. Selbst in den gewalttätigsten Monaten der Vorgängerregierung von Felipe Calderón (2006 – 2012), unter dem der sogenannte Drogenkrieg begann, wurden die genannten Zahlen nicht erreicht.  […]


Demonstration
Chile
Fokus: Migration und Flucht / Migración y Refugio

Das Leid der Migrant*innen

1992 lebten in Chile 100.000 Migrant*innen. Im Jahr 2013 zählte man schon gute 400.000; heute sind es fast eine halbe Million. Die meisten leben in der Hauptstadtregion, in Valparaíso und im Norden des Landes. Der größte Teil ist im Dienstleistungssektor, im Bergbau, in der Industrie, in der Landwirtschaft sowie im Bildungs- und im Gesundheitssektor tätig. […]


Carmen Aristegui
Mexiko
Fokus: Kommunikation und Meinungsfreiheit / Comunicación y Libertad de Expresión

Spioniert Mexiko Journalist*innen und Menschenrechtsgruppen aus?

Am Montag, 19. Juni hat die New York Times den Artikel „wir sind die neuen Staatsfeinde“ veröffentlicht, eine Reportage über Spionage gegen Aktivist*innen und Journalist*innen in Mexiko. Dort wird dokumentiert, wie die Spionagesoftware Pegasus nicht nur Journalist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen ausspioniert, sondern auch deren Familien. Hinter der Überwachung soll die mexikanische Regierung stecken, die dafür 80 Millionen Dollar ausgegeben haben soll. Die mexikanische Regierung weist die Vorwürfe jedoch zurück und behauptet, keine Menschenrechtler*innen oder Journalist*innen ohne gerichtlichen Beschluss auszuspionieren. […]


onda logo
Brasilien Chile Honduras Mexiko

onda-info 410

Hallo und willkommen zum onda-info 410! Neben drei Meldungen aus Mexiko und Honduras haben wir zwei Beiträge für euch über das Leben in der Stadt: Im chilenischen Talca organisierten die Nachbarinnen und Nachbarn die Entwicklung ihres Viertels in Eigenregie. Dabei werden sie von verschiedenen NGOs unterstützt, denn der chilenische Staat macht viel zu wenig für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Und in der Megacity São Paulo? Hier befindet  […]


Rektor
Mexiko
Fokus: Bildung / Educación

Rektor spricht Klartext: Bildungswesen verschärft Klassenunterschiede

Ausgerechnet der Rektor einer Privatuniversität rechnete schonungslos mit dem mexikanischen Bildungswesen und der sozialen Spaltung in Mexiko ab. David Fernández Dávalos steht der den Jesuiten gehörenden Afroamerikanischen Universität in Mexiko-Stadt vor, vor Jahren leitete er das bekannte mexikanische Menschenrechtszentrum Mulmig Augustin Pro. Anlässlich seines dritten Arbeitsberichtes als Rektor war seine Botschaft an die universitäre Gemeinschaft und die anwesenden Journalist*innen zutiefst politisch. Die Situation des Bildungswesens in Mexiko habe sich so verschlimmert, dass sie keine Klassenunterschiede überwinde, sondern sie verfestige. […]


Trümmer
Mexiko
Fokus: Recht auf Stadt und Land / Derecho a la ciudad y tierra

Vorfahrt für Transnationale Unternehmen

Die Higa-Gruppe, Monsanto und der Energieerzeuger Energía Eólica del Sur gehören zu den Unternehmen, die die Rechte von verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Mexiko verletzt haben, aufgrund der Vorrechte, die ihnen die Regierung von Enrique Peña Nieto eingeräumt habe. Das erklärte Elena Villafuerte Mata von der Menschenrechtsorganisation ProDESC (Projekt für die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte), zuständig für den Bereich transnationale Gerechtigkeit, bei der Vorstellung des „Berichtes der UN-Arbeitsgruppe über Menschenrechte und transnationale Firmen und andere Betriebe.“ […]


Bischöfe
Dominikanische Republik
Fokus: Frauen und Queer / Mujeres y Queer

Sieg der Doppelmoral: Abtreibung bleibt absolut verboten

Der Senat der Dominikanischen Republik hat sich am 31. Mai gegen die Entkriminalisierung der Abtreibung in dem Karibikstaat entschieden. Die Abstimmung war Teil einer Reform des dominikanischen Strafrechts. Das Strafrecht des Landes sieht bis zu drei Jahren Gefängnisstrafe für Frauen vor, die sich einer Abtreibung unterziehen. Zudem ordnet das Gesetz eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren für Ärzte und anderes Gesundheitspersonal an, das eine Abtreibung durchführt. […]