Tägliche Archive: 30. November 2009


Honduras

Neue Zauberformel: Putsch + Wahlen = Demokratie

von Frida Modak(Quito, 29. November 2009, alai).- Fünf Monate und einen Tag nach dem Putsch in Honduras heißt es, dass eigentlich nichts Nennenswertes passiert sei. Am heutigen Tag finden Präsidentschaftswahlen statt – und daher Schwamm drüber. So jedenfalls stellt sich die Fortsetzung der unter ganz ähnlichen Bedingungen eingeführten Doktrin der nationalen Sicherheit der USA dar, die seit dem Staatstreich in Brasilien von 1965 zu einer Schwemme an Militärdiktaturen in der Region geführt hat. […]


Kolumbien

Erdöl um jeden Preis

von Carola Caggiano(Berlin, 30. November 2009, npl).- Eines der wenigen lateinamerikanischen Länder, über die auch hierzulande immer wieder berichtet wird, ist Kolumbien. Gegenstand der medialen Aufmerksamkeit sind vor allem die Aktivitäten der Paramilitärs, der Drogenhandel, der Plan Colombia, Entführungen, Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe und die Erdölvorkommen des Landes. Trotz der gesellschaftspolitisch eher bedenklichen Zustände konnte Kolumbien im Jahr 2005 den stärksten Zufluss ausländischer Direktinvestitionen in ganz Lateinamerika verzeichnen. Ein großer Teil dieser Investitionen floss in die Erdölindustrie. Wie hat sich die Entwicklung dieses Sektors auf die Kolumbianer*innen ausgewirkt? Der Erdölabbau erfolgt zum großen Teil in Indígena-Territorien, die von bewaffneten Gruppen wie der Armee der Nationalen Befreiung ELN (Ejército de Liberación Nacional) oder der Bewaffneten Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) als Rückzugsgebiete genutzt werden. Welchen Preis haben die Sicherheitsgarantien der kolumbianischen Regierung gegenüber transnationalen Unternehmen? Davon wiederum ist in den Medien eher selten die Rede. […]


Südamerika

Der Gran Chaco – Billigland und abgebrannt

von Laura Zierke(Berlin, 30. November 2009, npl).- Denkt man an Wälder in Südamerika, dann fällt den meisten der Amazonasregenwald, vielleicht einigen noch die Mata Atlântica in Brasilien ein. Aber der Gran Chaco? Was ist das denn eigentlich? […]


Uruguay

Ehemaliger Widerstandskämpfer wird Präsident

von Steffen Lehnert, Montevideo(Darmstadt, 30. November 2009, amerika21.de).- Der 74jährige Politiker José “Pepe” Mujica vom Linksbündnis Breite Volksfront FA (Frente Amplio) ist neuer Präsident Uruguays. Nach Auszählung von 75 Prozent der Stimmen lag der ehemalige Widerstandskämpfer gegen die Diktatur mit rund 52 Prozent der Stimmen deutlich vor seinem konservativen Kontrahenten Luis Alberto Lacalle, auf den zu diesem Zeitpunkt 43 Prozent entfielen. Etwa vier Prozent enthielten sich der Stimme. Wenig später wurde der Sieg von Mujica bestätigt. Er wird demnach dem Amtsinhaber Tabaré Vázquez, der ebenfalls der FA angehört, am 1. März kommenden Jahres ablösen. Vizepräsident wird der bisherige Wirtschaftsminister Danilo Astori, der eher zum konservativen Flügel innerhalb der FA gehört. Im ersten Wahlgang vor einem Monat hatte das Linksbündnis bereits die absolute Mehrheit in beiden Kammern erreicht. […]