Monatliche Archive: Mai 2009


Brasilien

Regierung will geheimes Material aus der Diktatur zugänglich machen

(Fortaleza, 12. Mai 2009, adital).- Am 13. Mai gab die brasilianische Regierung bekannt, Dokumente über die Zeit der Diktatur in Brasilien von 1964-1985, öffentlich machen zu wollen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf, der die Verbreitung der Dokumente regeln soll, wird dem Nationalkongress vorgelegt werden. Dabei gehe es besonders um Informationen, die Verbrechen gegen die Menschenrechte während des Kampfes gegen die Diktatur betreffen. Außerdem startete der brasilianische Präsident Lula am selben Tag den Betrieb des Internetportals „Memorias Relevadas“ (dt.: „Befreite Erinnerungen“). Dabei handelt es sich um eine Datenbank mit Dokumenten aus der Zeit der Diktatur. […]


Spezialeinheiten wegen Unruhen nach Licey al Medio entsandt

(Havanna, 27. Mai 2009, prensa latina).- Einheiten der dominikanischen Spezialeinheiten SWAT wurden am vergangenen 27. Mai wegen (sozialer) Unruhen in den Ort Licey al Medio, in der nördlichen Provinz Santiago, beordert. Dort hatte es nach Straßenprotesten ungefähr 20 Verhaftungen gegeben. […]


Brasilien

Dem Rio São Francisco wird das Wasser abgegraben

Die brasilianische Regierung führt im Nordosten des Landes, an einem der größten Flüsse, dem Rio São Francisco, ein riesiges Umleitungsprojekt durch. Es geht um die sozialen und ökologischen Folgen des Projektes. Ihr hört Stimmen von Flussanwohnern, die nach dem Bau des Verbindungkanals im Bundesstaat Ceará, den Zugang zu Wasser verloren haben.


Guatemala

Weg aus der Regierungskrise: OAS-Generalsekretär Insulza fordert Stärkung der Demokratie im Land

(Guatemala-Stadt, 26. Mai 2009, cerigua).- Bei seinem Besuch in Guatemala bekräftigte der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), José Miguel Insulza, den Rückhalt und die Unterstützung seitens der OAS gegenüber der guatemaltekischen Regierung. Die Akteure und Akteurinnen der Regierung und der Institutionen des Landes forderte er auf, Sicherheit und Gerechtigkeit zu stärken, um einen Weg aus der Krise finden, in der sich das Land momentan befindet. […]


Brasilien

Öffentliches Gebäude in Gemeinschaftseigentum verwandelt

(Rio de Janeiro, 25. Mai 2009, púlsar).- Die „Residenz Utopie und Kampf“, das erste öffentliche Gebäude, das in Gemeinschaftseigentum überführt wurde, ist am 22. Mai in Porto Alegre eingeweiht worden. Der ehemalige Sitz des Sozialversicherungsinstituts (INSS) liegt im Zentrum der Stadt im Süden Brasiliens. […]


Lateinamerika Peru

Wirtschaftswissenschaftler kritisieren offizielle Daten zur Wirtschaftsleistung

von Lateinamerikanachrichten(Berlin, 26. Mai 2009, npl).- In Peru gibt es Kritik an den offiziellen Daten zum Wirtschaftswachstum. Nach Angaben des Nationalen Statistikinstitutes INEI wuchs die Wirtschaft des Andenlandes trotz der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise sowohl im Januar als auch im März dieses Jahres weiter mit mehr als drei Prozent, während sie im Februar stagnierte. Perus Wirtschaftsleistung hängt stark vom Export und von den Weltmarktpreisen für Metallerze ab: Und die sind seit dem letzten Jahr massiv eingebrochen. Zugleich wurden allein im Bergbausektor mehr als 10.000 Arbeiter*innen entlassen, Projekte und Investitionen verzögern sich. Nicht anders ist die Situation beim wirtschaftlich leistungsfähigeren südlichen Nachbarn Chile, dessen Ökonomie sich im wesentlichen auf die Förderung und den Export von Kupfer stützt. Doch Chile verzeichnet nun erstmalig seit 1999 im ersten Quartal eines Jahres mit einem Minus von knapp zwei Prozent eine schrumpfende Wirtschaftsleistung. […]


Venezuela

Arbeiter*innen besetzen deutsche Kaffeefabrik in Venezuela

von M. Daniljuk(Darmstadt, 26. Mai 2009, amerika21.de).- Am Montag, den 25. Mai, besetzten Mitarbeiter*innen des deutschen Unternehmens CAFEA eine Verarbeitungsanlage für Kaffee in Rubio, Venezuela. Der Ort liegt im östlichen Bundesstaat Táchira. Das Mutterunternehmen hatte die Anlage seit fünf Monaten stillstehen lassen, nachdem die Regierung sich geweigert hatte, eine Importerlaubnis für Kaffee auszustellen. Das deutsche Unternehmen wollte aus Costa-Rica Bohnen niedrigerer Qualität einkaufen, um diese in Venezuela verarbeiten zu lassen und die Produkte auf den Weltmarkt zu exportieren. Bei einer Nicht-Erteilung der entsprechenden Genehmigung soll der Konzern gedroht haben, das Werk zu schließen und das Land zu verlassen. Dies hätte für die 80 Arbeiter*innen und ihre Familien den Arbeitsplatzverlust bedeutet. […]


Uruguay

90.000 gedenken den Opfern der Militärdiktatur

(Rio de Janeiro, 21. Mai 2009, púlsar-poonal).- In der uruguayischen Hauptstadt Montevideo sind am Mittwoch, den 20. Mai, mehr als 90.000 Menschen auf die Straße gegangen, um den 200 Verschwundenen und Ermordeten der Militärdiktatur zu gedenken und gegen das sogenannte „Schlusstrichgesetz“ zu protestieren. Das Gesetz sichert den Tätern der Militärdiktatur bis heute Straffreiheit zu. […]


Kolumbien

Proteste gegen Bau von Wasserkraftwerk Urrá II

(Berlin, 22. Mai 2009, poonal-púlsar).- Bewohner*innen des kolumbianischen Departements Córdoba, im Norden des Landes, protestieren gegen die Erweiterung des Wasserkraftwerks Urrá II. Sie befürchten, für den Bau von ihrem Land vertrieben zu werden. Die Regierung bzw. das Ministerium für Bergbau und Energie möchte das Megaprojekt an der unteren Flussmündung des Sinú errichten. Bereits für den ersten Teil des Wasserkraftwerks, Urra I, waren etliche Bewohner*innen aus der Region von ihrem Land vertrieben worden. […]


Brasilien

Brasilien hat die meisten Analphabeten des lateinamerikanischen Kontinents

(Rio de Janeiro, 22. Mai 2009, púlsar).- Nach Angaben der Lateinamerikanischen Kampagne für das Recht auf Bildung Clade (Campaña Latinoamericana por el Derecho a la Educación) gibt es in ganz Lateinamerika 35 Millionen Analphabeten. Ein Drittel davon lebt in Brasilien. Diese Daten werden auch vom Brasilianischen Institut für Geografie und Statistik IBGE bestätigt. Demnach leben in dem südamerikanischen Land 14 Millionen Brasilianer*innen, die 15 Jahre oder älter sind und nicht lesen und schreiben können. […]


Peru

Regierung will gegen informellen Bergbau vorgehen

(Lima, 20. Mai 2009, noticias aliadas-poonal).- Sie sind die unsichtbaren Arbeiterinnen der Bergbauindustrie: laut Angaben der peruanischen Gewerkschaft für Minenarbeiter FPMA (Federación Peruana de Mineros Artesanales), gibt es in Peru rund 300.000 Personen, die sich ihren Lebensunterhalt als selbstorganisierte, sogenannte kleine Minenarbeiter verdienen. Etliche von ihnen arbeiten informell, haben keine soziale Absicherung, bezahlen keine Steuern und besitzen auch keine Genehmigung der Regierung, Bergbau zu betreiben. Sie nimmt die peruanische Regierung nun ins Visier. […]