Tägliche Archive: 19. Juni 2008


Druck für eine Unabhängigkeit Puerto Ricos wächst

(Fortaleza, 10. Juni 2008, adital).- Die puertoricanische Unabhängigkeitsbewegung Hostosiano hat am 9. Juni vor dem Dekolonialisierungskomitee der UNO gefordert, dass die Situation Puerto Ricos in der Generalversammlung der UNO behandelt werden solle. Diese Aufforderung wurde von den 117 blockfreien Staaten in der UNO unterstützt. Auch der Gouverneur Puerto Ricos, Aníbal Acevedo Vilá, sowie Senatspräsident Kenneth McClintock und der Präsident des Abgeordnetenhauses José Aponte sind mit der Aufforderung einverstanden. Sie erkennen den kolonialen Charakter von Puerto Rico, das mit den USA assoziiert ist, an. […]


Guatemala Mexiko

Vertreibung von Maya-Familien an der Grenze zu Mexiko

(Fortaleza, 16. Juni 2008, adital).- Die landesweite Koordination der Indígenas und Bauern Guatemalas CONIC (Coordinadora Nacional Indígena y Campesina) hat am 13. Juni die gewaltsame Vertreibung von 125 Familien der Ethnie Maya an der Grenze zum Lakandonischen Regenwald in Mexiko angeklagt. Die Menschen würden vertrieben, weil man angeblich die Naturschutzgebiete dort bewahren wolle. Die Organisation ruft dazu auf, Solidarität mit den Vertriebenen zu üben. Sie bräuchten nun vor allem Lebensmittel und Kleidung. […]


Kolumbien

USA errichten Militärstützpunkt in Kolumbien

(Fortaleza, 18. Juni 2008, adital).- Der ehemalige venezolanische Vizepräsident José Vicente Rangel erklärte am 15. Juni, die Vereinigten Staaten hätten im kolumbianischen Departement La Guajira mit dem Bau von Landebahnen für einen Militärstützpunkt begonnen. Im Mai hatte der venezolanische Präsident Hugo Chávez vor der Errichtung eines US-amerikanischen Stützpunktes nahe der Grenze zu Venezuela gewarnt. Er sagte damals, sollte Kolumbien den Stützpunkt in der Guajira zulassen, werde er das Territorium der Halbinsel La Guajira zurückfordern, das Chávez zufolge einmal venezolanisches Gebiet gewesen sei. Nun wird eine Stellungnahme des kolumbianischen Präsidenten erwartet. […]


Mexiko

Frauenrechtsorganisation erstattet Anzeige wegen Morddrohungen

von Lourdes Godínez Leal(Mexiko-Stadt, 16. Juni 2008, cimac-poonal).- Anfang Juni haben zwei Mitglieder der Frauenrechtsorganisation Unsere Töchter sollen nach Hause zurückkehren NHRC (Nuestras Hijas de Regreso a Casa) Anzeige bei der Sonderstaatsanwaltschaft für Straftaten gegen Frauen und Menschenhandel in Mexiko-Stadt und Ciudad Juárez gestellt. Wie ihre Anwältin Karla Michel Salas bekannt gab, hatten Marisela Ortiz und Marilú Andrade Morddrohungen erhalten. Die Morddrohungen gegen beide Aktivistinnen der Organisation, die sich für die Aufklärung der Frauenmorde von Ciudad Juárez einsetzt, hatten im Mai nach der mexikanischen Uraufführung des Films Bordertown (Verdades que matan) begonnen (siehe Poonal Nr. 801). […]


Auslieferungsabkommen mit Lücken

(Buenos Aires, 17. Juni 2008, púlsar).- Das am 16. Juni abgeschlossene Auslieferungsübereinkommen zwischen Honduras und Paraguay wird keine garantierte Auslieferung des ehemaligen paraguayischen Innenministers, Sabino Augusto Montanaro, zur Folge haben. Montanaro, der unter dem paraguayischen Putschisten und Diktator Alfredo Strössner arbeitete, flüchtete 1989 in die honduranische Hauptstadt Tegucigalpa. Dort lebt er im Reichenviertel Lomas del Guijarro im Norden der Stadt. Montanaro flüchtete aus Paraguay, nachdem Strössner gestürzt worden war und Montanaro selbst wegen Menschenrechtsverbrechen wie Folter und Verschwindenlassen im Rahmen der sogenannten Operation Condor beschuldigt wurde. […]