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Dieser Artikel ist erschienen in Poonal Nr. 992

PERU

Die Consulta Previa und die indigenen Völker

Samstag, den 28. April 2012

von Jorge Zavaleta Alegre

Indigene Kinder in Iquitos / Szymon Kochanski, Flickr(Lima, 19. Februar 2012, servindi).- Belén ist ein Touristenziel im peruanischen Regenwald, das auf beeindruckende Art und Weise hilft, das Amazonasgebiet besser zu verstehen. Auf dem Markt in der Straße Venecia werden neben Getränken und Trödel auch Nahrungsmittel, Obst und Süßwasserfisch angeboten.

 

Schmelztigel Belén

Rund um die Vía Italiana stehen schmucke Holzhäuser und eine sanfte Brise weht von einem Nebenflusses des Amazonas herüber, dessen Flussbett sich durch die Klimaauswirkungen verändert hat. Kinder spielen im Schlamm und mit den Tieren, während die Erwachsenen sich den Himmel betrachtend unterhalten und auf den Regen warten, der die tropische Hitze mildert.

Dieses Bild Perus hilft, die direkte Verbindung zwischen dem Menschen und den natürlichen Ressourcen und der kulturellen Integration besser zu verstehen. An diesem Ort vermischen sich die verschiedenen Ethnien: Indigene auf Besuch oder die ihre eigenen Gemeinden verlassen haben, ChinesInnen aus Shanghai, KolumbianerInnen, VenezolanerInnen und BrasilianerInnen aus Manaus, die nach Handelsmöglichkeiten suchen, sowie zahlreiche MigrantInnen aus den Höhenzügen und den nördlichen Küstengebieten.

Ressourcenabbau versus Tradition

In Iquitos besteht eine wachsende Hoffnung, den Pazifik über Piura, San Martín und Iquitos mit dem Atlantik zu verbinden. Möglicherweise ist dies der Ort, wo das Gesetz der vorhergehenden Konsultation (Consulta Previa) von den indigenen Organisationen am meisten geschätzt wird und wo man hofft, dass das Regulierungsprojekt auch erfasst, wer diejenigen sind, die die Welt des Amazonas retten wollen – in Einklang mit den nationalen Gesetzen und den internationalen Abkommen, die Peru unterzeichnet hat.

Alberto Chirif, Autor von Büchern wie dem „Atlas de Comunidades Nativas“, „El Indígena“ und „Marcando Territorio“ sagt, dass noch nicht ausreichend untersucht wurde, wie die Ökonomie des Amazonas funktioniert und wem die Gesetzeskampagnen und der Abbau von Ressourcen wirklich dienen, die von verschiedenen Regierungen eingeführt wurden. Die westlichen Wertvorstellungen werden eher als Instrument genutzt, um mit der jahrtausendealten Vernunft der Indigenen zu brechen.

In den Dörfern des Amazonasgebietes kann man auf natürliche Art und Weise die verschiedenen Kulturen und ihre Ausdrucksweisen in Kunsthandwerk, Gesang, Musik, Tanz, Schriftstellerei, Humor und Nachbarschaft erleben.

Das Werk von Róger Rumrill “Las Amazonías del Perú” unterstützt ohne Zweifel die Erforschung und Erfassung der Amazonaswelt, aus der er stammt. Mit Sicherheit ist das Buch “La consulta previa, retos para una institucionalidad estatal en materia indígena”, das von der Parlamentarischen Indigenen Gruppe im Kongress (Grupo Parlamentario Indígena del Congreso de la República“) veröffentlicht wurde, ein weiteres Element der Bestätigung der erhofften Regulierung eines Gesetzes, welches das Vorher und das Nachher des Mythos Amazonas beschreibt, angefangen mit dem Fokus auf Belén, einem der am meisten vergessenen Dörfer und Repräsentant von Todas Las Sangres.

 

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